Grenchen

Stromspargeräte sollen in der Region Fuss fassen

Salvatore Donato vor der Installation im Manor-Solomarkt in Solothurn.

Salvatore Donato vor der Installation im Manor-Solomarkt in Solothurn.

Seit etwa zwei Jahren vertreibt die Firma Livarsa GmbH des Grenchner Unternehmers Salvi Donato die Energiespar-Geräte des italienischen Herstellers Energia Europa. Die Stromersparnis ist nachgewiesen. Der Durchbruch lässt aber noch auf sich warten.

«Alle, vor allem die öffentliche Hand, reden immer vom Strom sparen. Aber wenn es um konkrete Schritte geht, sprich Subventionen, bleiben unsere Einrichtungen aussen vor. Es heisst, sie seien zu schnell amortisiert.» Der 37-jährige Grenchner Elektriker weiss nicht, ob er lachen soll oder sich ärgern. Schon vor einem Jahr hat er in einem Schulhaus Grenchen einen Stromsparkasten installiert, Versuche mit der Strassenbeleuchtung wurden ebenfalls gemacht. Weitere Kontakte zur Stadt habe es aber nicht gegeben. Grenchen trägt immerhin das Energiestadt-Label.

Die Zurückhaltung scheint nur insofern nachvollziehbar, als die Stromspargeräte nicht bei allen Einrichtungen dasselbe Potenzial entwickeln können. Die Spanne reicht von drei bis 15 Prozent oder noch mehr, je nach Effizienz der schon bestehenden Elektroinstallation. «Das ist doch so oder so beachtlich», betont Donato. Allerdings, so räumt er ein, mache er bisher auch keine Werbung. Was auch mitspielen könnte: Die Geräte sind selbst für Fachleute schwer durchschaubar. «Die Wirkung der patentierten Konfiguration ist grösser als diejenige der Summe der Einzelteile.» Ein Teil scheint also Betriebsgeheimnis zu sein. Klar ist, dass die Geräte namens E-Power die Spannung leicht reduzieren, sowie Störungen durch Oberschwingungen und ähnliches minimieren. «Im Wesentlichen funktionieren sie auf dem Prinzip des Magnetverstärkers (Transduktor)», erklärt der Grenchner Elektrounternehmer Oskar Schilt. «Man könnte sie auch als Netzgerät für die Hausinstallation bezeichnen».

Die Rechnung sinkt

Rätselhafte Wirkungsweise hin oder her: Was am Ende zählt ist, dass die Stromrechnung sinkt. Und hier scheint sich die Sache doch langsam herumzusprechen. Ein Gerät installiert haben beispielsweise Aeschlimann Décolletages Lüsslingen, die für eine Mio. Fr. jährlich Strom braucht, die Grenchner Firma Rotoflex, Glutz Beschläge Solothurn sowie eine ganze Anzahl Gewerbebetriebe (z. B. mehrere Bäckereien). Bisher laufen rund 40 Anlagen.

Den nationalen Durchbruch sollen zwei Namen bringen: Mc Donald’s und Manor. So wurden bisher zwei McDonald’s-Filialen im Aargau ausgerüstet: Einsparung 5 bis 9 Prozent. Fuss fassen bei der Fast-Food-Kette wäre für Donato wohl der Durchbruch. «Entscheidend für uns war eine Installation im ‹Jumbo› Biel, sagt Donato. «Dort wurden im Jahr 81000 kWh gespart. Das ist etwa der Verbrauch von 14 Einfamilienhäusern.»

Manor ist zufrieden

Auch Manor (wie «Jumbo» zum Genfer Unternehmen Maus Frères gehörend) hat die Einrichtungen in mehreren Warenhäusern ausprobiert und ist sehr zufrieden. «Wir haben je nach Standort zwischen 6 und 11 Prozent Strom eingespart», sagt Antonio Giangreco, technischer Direktor der Warenhauskette. Somit würden nächstes und übernächstes Jahr die meisten Standorte mit E-Power-Geräten ausgestattet. Damit wolle man einen grossen beitrag zur Senkung des Stromverbrauches leisten.

Auch die Solothurner Firma Glutz AG ist voll des Lobes. «Ich war zuerst skeptisch, doch die Investition erwies sich als eine gute Sache. Die Einsparungen liegen in der Grössenordnung von 10 Prozent», meint Stefan Auer, Produktionsleiter bei Glutz AG. Eine Installation im industriellen Umfeld kostet ca. 50000 Fr., für ein Einfamilienhaus ist man ab 4000 Fr. dabei.

Die Oltner Energieversorgungsfirma a.en hat als erste im Frühjahr ein Gerät in einer Bäckerei im Niederamt vor den Zählern installiert. «Wir haben keine negative Auswirkungen auf das Netz festgestellt», sagt Beat Erne von der a.en.

Bei der Stadt Grenchen bleibt man skeptisch. Bauamtschef Claude Barbey will die Messungen weiterführen, meint aber, dass «sich die Physik nicht überlisten» lasse. «Wenn es so ein Hit ist, warum ist das Gerät nicht längst viel verbreiteter?»

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