Stadtbummel
Strahler und Literaten

André Weyermann
André Weyermann
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Das Solothurner Naturmuseum übernimmt die Fossilien und Mineralien aus dem Nachlass von Jörg Erzer.

Das Solothurner Naturmuseum übernimmt die Fossilien und Mineralien aus dem Nachlass von Jörg Erzer.

Silvana Grellmann

Solothurn strahlt und Grenchen freut sich mit. «Doch, doch, das gits». Anlass zu dieser eher seltenen, gemeinsam-nachbarschaftlichen Gemütsäusserung gibt die Meldung, dass die Fossilien und Mineralien aus dem Nachlass des leider zu früh verstorbenen Grenchner Primarlehrers und Hobby-Mineralogen Jörg Erzer vom Naturmuseum Solothurn übernommen werden. Die Fachleute aus der Kantons-Hauptstadt staunten nicht schlecht, als sie die rund 10 000 Objekte sichteten, die sich im Laufe der Jahrzehnte angesammelt hatten.

Was sie vorgefunden haben, sei schlicht einmalig und übersteige alles, was sie bisher gesehen hätten. Der monetäre Wert wird gar mit einer siebenstelligen Zahl beziffert. Das gibt dem Stadtbummler die Möglichkeit, wieder einmal in alten Zeiten zu schwelgen.

Es muss nämlich in den 1970er-Jahren gewesen sein, als er – noch als Schuljunge – in Lumbrein (heute Gemeinde Lumnezia) im Bündnerland, wo Grenchen früher ein Ferienheim sein eigen nannte, von Jörg Erzer in die Geheimnisse des «Strahlens» eingeführt wurde. Und obwohl der Bummler den Pfad dieser Leidenschaft schon bald wieder verlassen hat, hat ihn die Arbeit von Jörg Erzer und sein stetes Bemühen, seine Kenntnisse zu teilen und weiterzugeben, auch später noch fasziniert.

Gut zu wissen, dass die Früchte seines Wirkens in einer Fachinstitution aufgehoben sind und so in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Neues von der Stammtischfront: Als der Bummler am Donnerstag vor einer Woche seine Schritte Richtung Stammkneipe lenkte – bereit, mit seinem Halbwissen über Literatur-Nobelpreis-Träger zu prahlen – wurde er arg ausgebremst.

«Hock ab, bisch ruehig, mir wüsses, dr Bob Dylan het ne übercho», wurde mir unmissverständlich beschieden. Auch meine Ausführungen, dass dieser eigentlich Robert Zimmermann heisse, Bob die Kurzform des Vornamens und Dylan wohl auf den walisischen Dichter Dylan Thomas zurückzuführen sei, wurde nur mit einem Schulterzucken beantwortet. Nun gut, ich werde sie wohl einmal zu viel mit der Frage nach dem einzigen «echten» Schweizer Preisträger (neben Herrmann Hesse) belästigt haben.

Deshalb gebe ich die Frage nun halt an dieser Stelle an die Leserschaft weiter. Tipp für jene, die nicht einfach «googeln» wollen: Fragen Sie einen Bewohner oder eine Bewohnerin von Lengnau. In unserem Nachbardorf ist nämlich eine Strasse nach dem Gesuchten benannt.