Grenchen
Stiftungsrat zeigt sich betrübt über Beitrags-Kürzung fürs Museum

Die Gemeindeversammlung von Grenchen entschied letzte Woche, den Beitrag für das kulturhistorische Museum um 10'000 Franken zu kürzen. Die Museums-Stiftung will nun verschiedene Massnahmen prüfen.

Oliver Menge
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Dem Kultur-Historischen Museum wurden die Beiträge gekürzt.

Dem Kultur-Historischen Museum wurden die Beiträge gekürzt.

Kaspar Haupt

«Der Stiftungsrat des Kultur-Historischen Museums Grenchen nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass die Gemeindeversammlung den Beitrag der Stadt an die Betriebskosten des Museums kürzte.» So heisst es in einer Medienmitteilung, die im Anschluss an die Gemeindeversammlung von letzter Woche verschickt wurde.

Mit 143 zu 106 Stimmen beschlossen die Stimmberechtigten eine Kürzung des Beitrags um 10'000 Franken und folgten damit dem Gemeinderat. Die Stiftung wolle nun verschiedene Massnahmen prüfen, um die Finanzsituation im Lot halten zu können. «Sicher ist, dass das heutige Angebot leider reduziert werden muss», heisst es weiter.

Neben der Kürzung von 10'000 Franken müsse nun damit gerechnet werden, dass auch der Lotteriefonds seine Unterstützung kürze. Verschiedene Massnahmen stünden zur Diskussion, so der Stiftungsrat. «Auf dem Prüfstand stehen die Öffnungszeiten, die Zahl der jährlichen Sonder- und Gastausstellungen, die Anzahl Veranstaltungen sowie die Erhöhung der Eintrittspreise und Kosten für Führungen und Workshops.» Bei allen Massnahmen müsse aber geprüft werden, ob sie nicht in der Folge zu einem Rückgang von Sponsorenbeiträgen oder der Besucherzahlen führen würden.

Die Stiftung Museum Grenchen habe sich schon immer bemüht, mit geringen Betriebsbeiträgen eine grösstmögliche Wirkung zu erzielen. Dies sei ihr gelungen, was auch vom Amt für Kultur und Sport des Kantons Solothurn bestätigt werde. «Mit seinen verschiedenen und vielseitigen Ausstellungen und Veranstaltungen trug das Museum bisher sehr viel für das positive Image der Stadt und zur Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Stadt bei. Auch betreut sie eine Sammlung von Kulturgütern, das historische Erbe der Stadt.» Dieses Engagement sei weder vom Gemeinderat noch von der Gemeindeversammlung honoriert worden. Die beschlossenen Budgetkürzungen zwängen den Stiftungsrat dazu, das heutige Angebot zu reduzieren.

Mitte Januar erste Massnahmen

Stiftungspräsident Lukas Walter präzisiert auf Anfrage auch ein Votum aus der Gemeindeversammlungsdebatte. SVP-Gemeinderat Richard Aschberger hatte darauf hingewiesen, dass die Stiftung in den letzten Jahren Reserven von 130'000 Franken gebildet habe. «Hier handelt es sich um das Kapital der Stiftung, das wir unter gewissen Umständen kurzfristig antasten dürfen, aber dann wieder zurücklegen müssen.» Das Stiftungskapital würde eigentlich mit dem Zinsertrag zu den Unterhalts- und Betriebskosten beitragen, nur sei aktuell kein Zinsertrag möglich. «Ausserdem wurden wir durch die Stiftungsaufsicht bereits darauf aufmerksam gemacht, dass unser Kapital etwas knapp sei und gegebenenfalls erhöht werden müsste», so Walter.

Am 10. Januar will man sich mit den verschiedenen Massnahmen auseinandersetzen und anschliessend bekannt geben, welche der Sparmassnahmen umgesetzt werden.

Die Stiftung hält in ihrem Schreiben fest: «Museen sind mehr als Steckenpferde. Sie sind Orte des Lernens. In den Museen erlebt, erfährt und sieht man Neues. In den Museen treffen sich die Generationen. Kurz, Museen sind wichtig für eine Gemeinde.»