Grenchen
Steuersenkung wurde abgelehnt

An der Versammlung der Röm.-kath. Kirchgemeinde Grenchen wurde die bereits 1999 angekündigte Steuersenkung mit grossem Mehr ab gelehnt.

Felix Bernhardsgrütter
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Keystone

Rund 40 Kirchgemeindeangehörige genehmigten am 30. November grosse Investitionen in die Eusebiuskirche und den Voranschlag für 2011. Sie folgten dem Antrag des Kirchgemeinderates für einen unveränderten Steuersatz von 18 % der Staatssteuer.

Der Voranschlag der laufenden Rechnung 2011 sieht bei Einnahmen von 2327280 Franken und Ausgaben von 2187870 Franken einen Einnahmenüberschuss von 139410 Franken vor. Es sind unbesetzte Personalstellen und einmalige Erträge, die zu diesem Ergebnis führen. Der Kirchgemeinderat beantragte der Versammlung deshalb, einen Teilbetrag von 120000 Franken bereits im Budget als Einlage in die Rückstellungen für die für 2012 vorgesehene Innenreinigung der Eusebiuskirche zu bestimmen, um damit einen Überschuss von «nur» 19410 Franken ausweisen zu müssen. Diesem Antrag erwuchs aus der Versammlung Widerstand mit der Begründung, man könne nicht Geld zurücklegen, das man noch nicht eingenommen hat. Die Versammlung folgte jedoch dem Behördeantrag.

Investitionsbudget genehmigt

Ohne grosse Diskussionen wurde das Investitionsbudget 2011 genehmigt. Für 231000 Franken soll die Heizung in der Eusebiuskirche saniert werden. Weil dadurch mit Bauarbeiten auch die Sakristei und die Taufkapelle tangiert werden, soll dort eine Innenreinigung mit Renovationsarbeiten mit Kosten von 69000 Franken vorgezogen werden.

Mehr zu diskutieren gab der Voranschlag 2011 für die laufende Rechnung. Die veranschlagten Einnahmen- und Ausgabenpositionen gaben zwar kaum Anlass zu Wortmeldungen. Bei den Steuereinnahmen rechnet man mit Erträgen in der Höhe der Vorjahre. Zu teilweise heftigen Diskussionen kam es bei der Festsetzung des Steuersatzes. Einige Versammlungsteilnehmer beantragten eine Steuersatzreduktion um 1 Prozent auf 17 %. Ein solches Versprechen hatte die Kirchgemeinde 1999 anlässlich der letzten Steuererhöhung abgegeben, für den Zeitpunkt der Wiederherstellung gesunder Finanzen. Sowohl das gut dotierte Eigenkapital als auch die grossen Rückstellungen für Investitionen würden – so die Initianten – die versprochene Steuersenkung heute rechtfertigen.

Steuersenkung abgeschmettert

Die Argumente des Kirchgemeinderates, vertreten durch Präsident Kilchenmann und Verwalter Fischer, mit Unterstützung durch Pfarrer Tosin, vermochten die Versammlung besser zu überzeugen. Der Antrag um Steuersenkung wurde mit grossem Mehr abgeschmettert. Bleibt noch offen, ob der geäusserte Wunsch um Überprüfung und allfälliger Etappierung der geplanten Investitionen 2012 von rund 700000 Franken in die Eusebiuskirche beim Kirchgemeinderat Gehör finden wird.

Zum Abschluss der Versammlung stellte Pfarrer Tosin eine Gruppe von Leuten vor, die sich zur «Denkfabrik» der Pfarrei zusammengefunden hat. Was die Gruppe verbindet, ist die Bereitschaft, auf die Spurensuche zu gehen, für eine lebendige Pfarrei, im 200-Jahr-Jubiläum 2012 und in der Zukunft.