Neue Messe
Statt mia gibts die Grega: Thurgauer organisieren die neue Grenchner Messe

2014 wird es in Grenchen keine mia mehr geben. Eine Nachfolgelösung ist aber schon gefunden: Im nächsten Jahr kündet sich die erste Grega an, organisiert von Thurgauern.

Oliver Menge
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Grenchner Stadtpräsident François Scheidegger, die Organisatoren Daniela und Sandro Keller, und Velodrome-Betriebsleiter Peter Wirz.

Grenchner Stadtpräsident François Scheidegger, die Organisatoren Daniela und Sandro Keller, und Velodrome-Betriebsleiter Peter Wirz.

Oliver Menge

Die Erleichterung und Vorfreude war spürbar an der Pressekonferenz im Velodrome am Donnerstag. Denn mit dem Entscheid von Caroline Möri, die mia im nächsten Jahr nicht mehr durchzuführen, war viel Geschirr zerschlagen worden und man versuchte, raschmöglichst eine Lösung zu finden.

Und man wurde fündig: Stadtpräsident François Scheidegger konnte den neuen Messeorganisator der neuen Grenchner Frühlingsmesse vorstellen. Es ist die fvf Messe-Event AG aus Frauenfeld mit Sandro und Daniela Keller, welche die neue Messe im und ums Velodrome organisieren und durchführen wird. Das Unternehmen blickt auf 40 Jahre Messegeschäft zurück.

Caroline Möri: «Ich bin enttäuscht»

Möri hatte Kontakt zu einem Messeveranstalter, der die mia übernehmen wollte. Das habe sie den Stadtbehörden mitgeteilt, und zwar letzten Montagmorgen, noch vor dem Termin für den runden Tisch. Aber weder sei sie zum runden Tisch eingeladen worden, noch habe man auf das Angebot eingehen wollen. Möri hält fest, dass ihr Antrag, die mia auf den Fussballfeldern, also am alten Ort stattfinden zu lassen, einzig und alleine wegen des engen Zeitplans zustande gekommen war: Die Swatch Group, die vor der Messe ihre Delegiertenversammlung im und ums Velodrome durchführen will, besetzt den Vorplatz des Velodromes bis zum Tag, an dem die ersten Aussteller ihre Stände aufbauen müssen. «Bis zu diesem Zeitpunkt kann ich weder Strom, Wasser noch die nötige Infrastruktur, geschweige denn die Zelte aufstellen», betont Möri. Dass die Stadt, die sich zuerst kompromissbereit gezeigt habe, schliesslich doch nicht auf ihren Antrag eingehen wollte, enttäuscht Möri. Sie wolle sich nun ganz aus Grenchen zurückziehen. (om)

«Der Verlust wäre sowohl fürs Velodrome als auch für die Stadt und die Bevölkerung schmerzlich gewesen, hätte man nicht rasch eine Lösung gefunden», so Scheidegger. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass man 2014 eine Messe durchführen muss. Mehrere Interessenten hätten sich nach Bekanntgabe von Möris Entscheid gemeldet und aus den vorgelegten Projekten habe man sich für Keller und sein Team entschieden.

Keller ist in Grenchen kein Unbekannter: Er war seit Jahren einer der Hauptlieferanten der mia und kennt die Umstände, die Stadt und die Aussteller gut. Er werde, so Scheidegger, nicht bei 0 anfangen müssen, und doch zusätzlich neue Impulse bringen.

Fünf statt neun Tage

Keller umriss in groben Zügen seine Idee: Er wolle eine moderne, schöne Messe in Grenchen aufbauen, die in etwa dasselbe Konzept wie die mia hat. Dem Publikum soll ein bunter Mix geboten werden. Die Messe wird neu nicht mehr neun Tage dauern, sondern nur noch fünf. Und natürlich ist auch der Name neu: Grenchner Gewerbeausstellung oder kurz GREGA. Was bleibe, sei der Gratiseintritt.

Update

An der diesjährigen 25. Mittelländer Ausstellung mia hatte Caroline Möri ihren Einstand als Alleinveranstalterin gegeben. Es sollte bis auf weiteres ihre letzte Messe bleiben, denn am 7. November gab sie bekannt, dass sie 2014 keine mia durchführen will. Als Grund gab sie Differenzen mit dem Velodrome an. Ihr Gesuch, die mia weiter auf den Fussballplätzen durchzuführen, wurde von der Stadt abgelehnt. Vertreter der Stadt und des Velodromes konnten nun gestern einen neuen Veranstalter präsentieren. (at.)

Vom Raumkonzept her gibt es einige Änderungen: Ein Teil der Aussenfläche verschwindet, stattdessen gibt es für die Aussteller mehr Innenplätze. Da man ein grosses Zelt, das von der Swatch anlässlich ihrer Delegiertenversammlung auf dem Fussballfeld südlich des Stadions aufgestellt wird, ebenfalls für die Messe nutzen kann, werden dort Aussteller und Sonderschau einen neuen Platz finden.

Auf dem Vorplatz des Velodromes soll es wiederum eine Grenchner Halle geben, eine Eventhalle, Messerestaurant und Bierhalle fehlen nicht. Und natürlich wird der Innenraum des Velodromes genutzt. Unter dem Strich werde die Messe etwa gleichgross, wie die diesjährige mia.

Noch haben Keller und sein Team nicht entschieden, welches die Themen einer Sonderschau sein könnten, aber bereits einige Ideen skizziert: Hobby und Freizeit mit Modellbau; Garten - Tier - Natur, auch die Landwirte sollen vermehrt eingebunden werden. Nun gehe es darum, möglichst rasch die Aussteller anzuschreiben und den Kontakt insbesondere zum Grenchner Gewerbe zu suchen. Denn 2014 soll schliesslich keine Eintagsfliege werden, sondern den Grundstein zu einer neuen Messetradition in Grenchen bilden.

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