Grega
Start der Grenchner Messe: Der Lunapark ist zurück auf dem Badi-Parkplatz

Die Attraktionen und Stände sind parat, die Grenchner Messe Grega kann beginnen. Zum 27. Mal hat Willi Marti aus Biberist den Lunapark aufgebaut.

Andreas Toggweiler
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Willi Marti (links) und Andreas Bauer überwachen den Aufbau des Lunaparks auf dem Badi-Parkplatz.

Willi Marti (links) und Andreas Bauer überwachen den Aufbau des Lunaparks auf dem Badi-Parkplatz.

Andreas Toggweiler

«Diesmal wieder wie ganz am Anfang auf dem vorderen Badi-Parkplatz», erinnert er sich mit etwas Wehmut an die Anfangszeiten. Er hofft auf ein paar schöne Tage über Auffahrt. Dann sind er und Bahnbetreiber Andreas Bauer aus Zuchwil zufrieden.

Die beiden sind inzwischen ein eingespieltes Team und «bespielen» etliche grosse Feste und Messen in der Schweiz wie das Knabenschiessen in Zürich, die Basler Herbstmesse, das Albanifest in Winterthur und die Fête de Genève. Marti ist in Grenchen wie der Schauspieldirektor, der Bahnen von verschiedenen Anbietern einkauft. «Es ist wichtig, dass wir für jeden Geschmack und jedes Alter etwas anbieten können», erklärt er. So ist Bauer mit dem Skyflyer gekommen, der fast 40 Meter über Boden für Nervenkitzel sorgen wird. Ebenso für Adrenalinschübe sorgen wird der Octopus. Auch eine Mini-Achterbahn und ein «Fun House» wurden seit dem Wochenende aufgebaut. Dazu gibt es Klassiker wie Autoscooter, Karussell und Spielbuden.

Doch eine beachtliche Auswahl, wenn man weiss, dass eigentlich zunächst an der Grega gar kein Lunapark vorgesehen war. «Es war ein Hin und Her, das mich einige Nerven gekostet hat», meint Marti. Nur dank einer Intervention des Stadtpräsidenten sei er eigentlich hier. Sein Auftraggeber sei die Stadt, nicht die Grega. Doch am Ende hoffen auch Marti und Bauer, dass das Gesamtangebot (vgl. Kasten) auf dem Velodrome/Badi-Areal für die nötigen Frequenzen sorgen wird. Am wichtigsten sei aber das Wetter.

Grega 2015

Für Familien mit Kindern wird einiges geboten

Von heute 14 Uhr bis zum Sonntag ist an der 2. Grega wieder flanieren, informieren und konsumieren angesagt. Auf dem Messegelände im und um das Velodrome gibt es Bewährtes und Neues zu entdecken:

Die «Läberbärger Landwirte» werden auch dieses Jahr mit der Läberbärger Stube, der Buurebar, der Tierausstellung und einer landwirtschaftlichen Sonderausstellung vertreten sein. Für die jüngeren Besucher bringen die Bauern Ziegen, Kälber und Kaninchen mit an die Messe. Auch die beliebte Tschaupi-Traktoren-Bahn ist wieder dabei.

Neu an der Grega ist die Spielewelt der Felsberger Spiel & Art AG aus Sirnach. An zahlreichen Spieltischen können die Besucher eine Vielzahl an Brett- und Gesellschaftsspiele testen. Ferner wird die nach Angaben der Veranstalter grösste Lego-Ausstellung der Schweiz gezeigt (mit Bau-Wettbewerb). Speziell für Kinder ist die Kinder-Erlebniswelt der Grenchner stickdruck.ch. Sie hält ein reichhaltiges Programm mit Workshops für Kinder parat. Erstmals an der Grega ist auch die Villinger Puppenbühne. Neu steht zudem der Kinder- und Jugendförderung Kanton Solothurn ein eigenes Zelt zur Verfügung, in welchem ein täglich varierendes Programm mit Aktivitäten und Informationen für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen geboten wird. Zudem stellen sich verschiedene Partnerorganisationen der Kinder- und Jugendförderung vor.

Wie Grenchen Tourismus mitgeteilt hat, ist die Beschaffung des originellen Dreiradmobils doch noch gelungen. Es wird auf dem Gelände der Grega erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Die Polizei orientiert unter anderem über das Waffengesetz (vgl. gestrige Ausgabe). Im Eventzelt gibt es Konzerte, Darbietungen der Streetdancer, Modeschauen etc. Unter anderem spielen Jessica Ming (Mi) und Chue Lee (Do).

Die ISG bietet einen Hort für Kinder von 2 bis 8 Jahren an. Da die Parkplatzzahl beschränkt ist, wird die Anreise mit dem Bus empfohlen (Linien 23, 33, Haltestelle Schwimmbad West). Von 20.30 Uhr bis 22 Uhr gibts zudem einen kostenlosen Shuttle, der alle 15 Minuten vom Postplatz und Bahnhof Süd zur Grega und zurück fährt. Der Eintritt in die Grega ist gratis. (at.)

Details unter www.grega.ch

Lieber wieder 9 Tage

Die Situation sei allerdings zurzeit nicht optimal, geben die Schausteller zu bedenken. «Es braucht einfach mehr Parkplätze, direkt bei der Messe», meint Marti. Da helfe auch ein Shuttle-Dienst mit Bussen nicht allzu viel. Zudem wünscht sich Marti auch wieder eine neuntägige Messe wie zu mia-Zeiten. Dies gebe Gelegenheit, verregnete Tage wieder aufzuholen.

Denn die Fixkosten für die Attraktionen seien hoch. Die Ansprüche der Behörden bezüglich Sicherheitsmassnahmen der Bahnen würden laufend steigen. Immer wieder gebe es Kontrollen, teilweise sogar durch den Deutschen TüV, da in der Schweiz eine entsprechende Fachstelle fehle. «Doch die Schweizer Behörden kommen auch noch und kontrollieren das Elektrische, obwohl es der Prüfer aus Deutschland auch schon angeschaut hat.»

Das Schaustellerleben ist sicher kein einfaches. Etwa 250 Familienunternehmen machen sich den nicht gerade riesigen Schweizer Markt streitig. Marti und Bauer sind immer auf Achse. Im Frühling und Herbst laufen diverse Messen parallel. «Man verliert viel Zeit auf der Strasse, auch wenn wir oft nachts unterwegs sind.» Die Kosten für eine neue Bahn, die beim Publikum den nötigen Kick bringt, gehen zudem in die Millionen, vor allem wenn sie mobil ist. Doch glänzende Augen von Kindern, Freudenschreie, die Gewissheit, Jung und Alt einige Stunden oder auch nur Minuten die Welt vergessen zu machen, sind sicher auch eine kleine Entschädigung dafür.

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