Grenchen
Richard Aschberger verzichtet auf eine Kandidatur als Stadtpräsident

Gemeinderat Richard Aschberger will (noch) nicht Grenchner Stadtpräsident werden. Auch das Vizepräsidium will die SVP nicht angreifen.

Andreas Toggweiler
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Richard Aschberger, Gemeinderat SVP

Richard Aschberger, Gemeinderat SVP

Hanspeter Bärtschi

In einer Medienmitteilung hält die SVP fest, dass sie angesichts des Wahlresultats vom vergangenen Wochenende Anspruch auf das Vizepräsidium der Stadt hätte, aber auch eine Kandidatur für das Stadtpräsidium «keineswegs vermessen», wäre.

Dennoch will Richard Aschberger nicht kandidieren. Für keines der beiden Ämter. Man habe in Grenchen aktuell absolut keine Zeit und Kraft zu vergeuden sondern müsse die Stadt fit machen für 2030:

«Grenchen muss sich für die kommenden Jahre rüsten, das seit Jahrzehnten bestehende strukturelle Defizit anpacken. Daher kandidiere ich nicht, auch wenn es natürlich in den Fingern juckt."

«Aber das Gemeinwohl steht über mir als Einzelperson», lässt Finanzpolitiker Aschberger in der Medienmitteilung in schon fast staatsmänischem Ton ausrichten.

Klima im Gemeinderat nicht belasten

Und so möchte die SVP keinen Dauerwahlkampf bis in den Herbst hinein, vom Zaun brechen. «So oder so würde es auf einen zweiten Wahlgang hinauslaufen, sprich bis September 2021 wäre die Zusammenarbeit im Gemeinderat unter den Fraktionen durch den Umstand einer Kampfkandidatur sicherlich massiv erschwert und wohl negativ belastet», so die Mitteilung weiter.

Zwar habe es «unglaublich viele Nachrichten»gegeben d, welche eine Kandidatur Aschberger unterstützen würden, doch werde er im Sinne der gemachten Überlegungen verzichten.

Auf die Kandidatur für das Vizepräsidium verzichtet Aschberger aus Rücksicht auf Amtsinhaber Remo Bill. «Remo Bill leistet seit Jahren eine gute Arbeit zum Wohle der Stadt Grenchen, hat noch offene Projekte zu beenden und wir bedanken uns auf diese Weise bei ihm für sein jahrelanges Engagement im Interesse der Stadt.», heisst es.

«Ich möchte mit diesen Entscheiden bekräftigen, dass ich mit meiner Politik auf Kooperation nicht auf Konfrontation aus bin«,

erklärt Aschberger im Gespräch. Dass er offenbar die SP zu einer seines Erachtens überstürzten Ankündigung einer möglichen Kandidatur provoziert habe, nehme er eher mit Belustigung zur Kenntnis.

Verwirrung um Kandidatur

Hintergrund dürfte auch eine Zeitungsmeldung vom Montag gewesen sein, welche Aschbergers Stapi-Kandidatur als Fakt vermeldet hatte. Dazu meint Aschberger, seine Aussagen seien in der Meldung nicht vollständig wiedergegeben worden. Gegenüber diesem Portal sprach Aschberger hingegen lediglich von der Möglichkeit einer Kandidatur. Die Partei werde bis am Freitag entscheiden.

Der Vorstand der SVP Grenchen kam gemäss Mitteilung diese Woche wie angekündigt an zwei Sitzungen zusammen und habe in einer umfangreichen Wahlanalyse nebst den geplanten Kommissionssitzverteilungen auch das Thema um die Wahlen für das Stadtpräsidium diskutiert.

Gemäss Informationen dieser Zeitung hat die SVP auch bei der Verteilung der GRK-Sitze nicht auf einen zusätzlichen Sitz beharrt.

Auch Parteipräsident Marc Willemin spricht von einem historischen Wahlergebnis der SVP. "Mit diesem Wahlresultat sind wir uns auch sehr wohl der Verantwortung bewusst, welche damit einhergeht.» Man setze «auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit, um Grenchen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.»