Scheidegger hatte am Dienstag mit der bürgerlichen Mehrheit des Gemeinderates gegen eine Behördenverbindlichkeit des Richtplanes Energie gestimmt.

Gleichzeitig hatte die SVP gefordert, die Stadt müsse aus dem Energiestadt-Label aussteigen. «Allem Anschein nach ist sogar Stadtpräsident François Scheidegger gegen die Energiestadt Grenchen», hatte die SP im Nachgang in einem Mediencommuniqué geschrieben. «Das ist frei erfunden», betont Scheidegger. Er unterstütze die Mitgliedschaft Grenchens bei den Energiestädten nach wie vor.

Die Behauptung sei wider besseres Wissen erfolgt, meint er und dreht den Spiess um: «Es geht nicht an, missliebige Mehrheitsentscheide im Nachhinein so zu diskreditieren. Wenn die SP konstruktive Opposition ankündet, sollte sie auch Mehrheitsentscheide akzeptieren können», so seine präsidiale Standpauke. Dafür, dass er bei der Behördenverbindlichkeit des Richtplans Energie Nein gestimmt habe, habe er übrigens durchaus seine Gründe gehabt, auch wenn er als Vorsitzender nicht in die Diskussion eingegriffen habe.

«Ich gehe davon aus, dass eine Behördenverbindlichkeit im Endeffekt doch negative Auswirkungen auf Investoren hätte», meint Scheidegger. Die Wirtschaft habe zurzeit mehr als genug schwierige Rahmenbedingungen. (at.)