In wenigen Wochen ist es so weit: Die ersten Mitarbeiter der SWG werden in den neuen Hauptsitz an der Brühlstrasse umziehen, bis Ende März sollte der Rest der Belegschaft der SWG folgen. Administration und Technik werden künftig unter einem Dach zu finden sein – ein lang gehegter Wunsch von SWG-Geschäftsleiter Per Just geht in Erfüllung.

Möglich wurde der Neubau erst durch den Anschluss der Stadt Grenchen an die neue Erdgaseinspeisung mit der neu gebauten Reduzierstation im Bucheggberg. Das Gelände wurde frei, die alten Gebäude wurden abgerissen (wir berichteten).

Im nördlichen Teil, dort wo in früheren Zeiten das Gaswerk und später die Gasannahmestelle standen, in der man den Druck des Gases für das Leitungsnetz der Stadt optimierte, musste der Boden saniert werden, da dort früher Kohle vergast wurde und die Schlacke den Boden verseuchte. Ein Teil des Aushubs in diesem Teil musste als Sondermüll entsorgt werden, ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, wie Just sagt. Rund 10 000 Tonnen Erde mussten entsorgt werden.

HRS wartet auf den Kanton

Auf dem sanierten Areal plant HRS eine Wohnüberbauung. Der Gestaltungsplan steht, aber eine konkrete Planung gab es bis jetzt noch nicht. Denn HRS muss auf den Entscheid warten, dass das Areal abparzelliert werden kann. Dafür benötigt das Grundbuchamt das Einverständnis des Amtes für Umwelt. Denn das Grundstück muss erst aus dem Kataster der belasteten Standorte gestrichen werden.

Das neue Gebäude, ein dreistöckiger Bau mit einer Grundfläche von rund 1300 Quadratmetern und einem Volumen von über 21 000 Kubikmetern, bietet Platz, um die aktuellen und auch zukünftigen Bedürfnisse der SWG zu befriedigen. Im Untergeschoss befindet sich nebst der Einstellhalle das neue Unterwerk Strom, über das die Stadt mit Strom versorgt wird. Das alte Unterwerk, das sich westlich des Neubaus auf der anderen Strassenseite befindet, soll später einmal abgerissen werden, denn für etwas anderes könne man es nicht benutzen – auch wenn es von aussen so aussehe, wie ein vornehmes Einfamilienhaus, erklärt Just.

Momentan sind Techniker damit beschäftigt, die daumendicken Leitungen einzuziehen und am neuen Werk anzuschliessen. «Hier ist es echt gefährlich, irgendetwas anzufassen», sagt Just. Er stecke seine Hände immer in die Hosentaschen, wenn er hier unten sei, um nichts zu riskieren.

Heizung auch für die Nachbarn

Ebenfalls im UG findet man ein Blockheizkraftwerk, mit dem auch das BBZ des Radio-TV-Gewerbes östlich vom Neubau geheizt werden soll. Der Gestaltungsplan steht, aber konkrete Planung gab es bis jetzt noch nicht.

Im Erdgeschoss werden die Techniker der SWG einziehen und zwar schon bald. Hier sind die Arbeiten am weitesten vorangeschritten, die Gestelle im Lager sind montiert. Auf der Westseite, dort, wo sich der Haupteingang befindet, ist man daran, den Empfang und die Garderoben für die Mitarbeiter einzurichten. Hier wird die neue Anlaufstelle für Kunden der SWG hinkommen, die sich aktuell noch an der Schild-Rust-Strasse befindet.

Vermietung des 3. Stockes

Die SWG belegt das Erdgeschoss, das gesamte 1. Obergeschoss und den grössten Teil des zweiten Obergeschosses für ihre Zwecke. Die Südwest-Ecke des 2. OGs – rund 200 Quadratmeter – und das gesamte 3. Obergeschoss sollen vermietet werden. Im ersten Obergeschoss wird nebst den Büros eine Cafeteria für die Mitarbeitenden erstellt, die sogar über eine Terrasse verfügt.

Gleich daneben befindet sich das neue Büro des Chefs mit Blick auf den Platz vor dem Gebäude. «Ich muss doch sehen können, was da unten passiert», sagt Just mit einem Schmunzeln. Er freue sich sehr, den Neubau und sein neues Büro zu beziehen, sagt er. Denn endlich ist die SWG-Familie unter einem Dach vereint.

Auf den beiden Stockwerken, welche die SWG belegen, wurden verschieden grosse Räume für Büros und Sitzungszimmer geschaffen. Die zu vermietenden Flächen können noch unterteilt werden – hier herrscht noch gähnende Leere in den grossen Räumen, die sich beispielsweise auch für zwei Mietparteien eignen würden, jede mit eigenem Eingang und Treppenhaus.

Erdbebensicher

Das Gebäude erfüllt übrigens nicht nur hohe Anforderungen bezüglich Energietechnik – der Bau entspricht den heutigen Minergie-Anforderungen –, sondern wurde auch zweckmässig konzipiert: Die Heizkörper sind zum Beispiel alle an der Decke angebracht, um in der Raumeinteilung möglichst flexibel zu sein. Netzwerkleitungen wurden bereits so verlegt, dass jeder Arbeitsplatz verkabelt werden kann.

Das Gebäude ist auch erdbebensicher: Im Zentrum bilden die zwei Treppenhäuser, die sanitären Anlagen und die gesamten Kanäle für alle Leitungen einen stabilen Kern. Die Betonplatten der Geschosse sind quasi daran aufgehängt und könnten im Fall eines Erdbebens schwingen. Und selbstverständlich für den regionalen Energieversorger: Auf dem Dach wurde eine grosse Photovoltaik-Anlage montiert.