Grenchen
Stadtrundgang bietet spannenden Einblick in die Uhren-Geschichte

Eine erfreulich grosse Anzahl Interessierter liess sich auf einem thematischen Stadtrundgang in die Geschichte und die Geheimnisse der «Uhrenstadt» Grenchen entführen.

André Weyermann
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Die Gruppe vor dem Hotel de Ville, das als ehemaliges Gebäude des (Edelmetall-)Kontrollvereins ebenfalls mit der Uhrenindustrie verknüpft ist

Die Gruppe vor dem Hotel de Ville, das als ehemaliges Gebäude des (Edelmetall-)Kontrollvereins ebenfalls mit der Uhrenindustrie verknüpft ist

André Weyermann

Christoph Siegrist, Präsident von Grenchen Tourismus, lieferte dabei vor allem die historischen Zusammenhänge, während die Uhrmacherin Rebekka Meier die Veränderungen in der Branche beleuchtete und einige Kostbarkeiten der Uhrmacherkunst aus ihrem Fundus präsentierte.

Als Begründer der Uhrenindustrie gelten bekanntlich Urs Schild und Josef Girard, die um 1850 die nachmaligen Betriebe ETA/Eterna ins Leben riefen. Vor deren Hauptgebäude erläuterten die Referenten die rasante Entwicklung Grenchens vom Bauerndorf zur Industriestadt, auf welche nicht zuletzt die noch heute existierende Durchmischung von Wohn- und Arbeitsort zurückgehe. Besonders betont wurde, dass in unserer Stadt stets innovative Personen gewirkt haben, dass zum Beispiel alle wichtigen Erneuerungen bei der automatischen Uhr von hier ausgingen.

Die Reise führte weiter an die Bahnhofstrasse, vorbei an der ehemaligen Certina (heute Verwaltungsgebäude ETA/Swatch Group) zum Hotel de Ville. Dieses beheimatete zu Beginn des letzten Jahrhunderts auch den Kontrollverein, welcher über den Edelmetallgehalt in den Uhrengehäusen wachte.

Die rasante Entwicklung Grenchens in den 1950er-Jahren hatte Wohnungsengpässe zur Folge. Man versuchte, diesen unter anderem mit dem Bau von Hochhäusern zu begegnen. Als Anschauungsobjekt dafür diente beim Rundgang der «Hallgarten» beim Südbahnhof. Unweit davon entfernt steht die Firma Breitling. Diese habe sich nach der Quarzkrise in den 1970er-Jahren durch die Konzentration auf die mechanische Uhr erholt und nicht zuletzt durch die Umkreisung der Erde im Breitling-Orbiter-Ballon von Bertrand Piccard und Brian Jones 1999 zu wahren Höhenflügen angesetzt. Als visionärer Baumeister des Erfolges gilt dabei der Pilot Ernest Schneider, welcher das Unternehmen 1979 der Gründer-Familie abkaufte. In der Zwischenzeit hat ein britischer Finanzinvestor die Mehrheit an der renommierten Firma übernommen.

Schliesslich folgte ein Abstecher in den Schildpark, wo einst die Villa der Familie Schild-Hugi (ASSA) stand. Mit einem Blick auf die jüngste Entwicklung in der Uhrenbranche endete die spannende Tour. Und mit der Feststellung, dass man in unserer Stadt mit wachem Auge überall auf Spuren der Uhrenindustrie und ihrer Geschichte stösst.

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