Stadtpräsident-Wahlen
In Grenchen beginnt sich das Kandidatenkarussell zu drehen

Falls Richard Aschberger (SVP) als Stadtpräsident von Grenchen kandidiert, könnte auch Angela Kummer (SP) ihre Kandidatur anmelden. Dies lässt sie auf ihrer Facebook-Seite verlauten.

Andreas Toggweiler
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Facebook-Post von SP-Präsidentin Angela Kummer.

Facebook-Post von SP-Präsidentin Angela Kummer.

facebook: Angela Kummer

Das Wahlkarussell für die Stapi-Wahl vom 13. Juni kommt in Fahrt. Nachdem SVP-Gemeinderat Richard Aschberger angekündigt hat, er überlege sich eine Kandidatur als Stadtpräsident, kommt Bewegung in die Sache: SP-Präsidentin Angela Kummer meldet sich auf facebook zu Wort und kündigt an, allenfalls für das Amt der Stadtpräsidentin zu kandidieren, falls Aschberger ernst mache mit seiner Kandidatur.

«Nicht nur eine bürgerliche Auswahl»

«Sollte es zu einer Kandidatur von Richard Aschberger kommen, wird sich die SP überlegen, mit ihrer Präsidentin Angela Kummer zu den Stadtpräsidiumswahlen anzutreten, um der Bevölkerung nicht nur bürgerliche Kandidaten zur Auswahl zu bieten. Zahlreiche positive Zeichen aus der Bevölkerung sehen sie dazu veranlasst», schreibt Angela Kummer. Aschberger, bzw. die SVP hatten angekündigt, bis am Freitag über eine allfällige Kandidatur zu entscheiden.

Eingabefrist für eine Kandidatur ist am Montag, 3. Mai um 17 Uhr.

Kummer forderte am Dienstag auch, dass sich die SVP früher entscheidet, ob sie für das Stadtpräsidium antritt oder nicht:

«Am Abend finden die Parteiengespräche zur Kommissionssitzverteilung statt. Dazu ist relevant, ob die SVP zu den Stadtpräsidiumswahlen antritt. Wenn die SVP Anspruch auf das Stadtpräsidium erhebt, soll sie es bis zum Abend den anderen Parteien transparent mitteilen. Erst am Freitag zu kommunizieren, ist unkollegial, vor allem auch ihrem Listenpartner FDP gegenüber»,

schreibt die SP-Präsidentin.

Richard Aschberger lässt sich nicht unter Druck setzen. «Wir entscheiden nach dem angekündigten Zeitplan», erklärt der SVP-Spitzenkandidat. Was die Ankündigung der Stapi-Kandidatur mit der Verteilung der Kommissionssitze zu tun habe, sei ihm überdies schleierhaft. «Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun.»

SP relativiert den Rechtsrutsch

Die SP-Präsidentin relativiert in ihrem Post auch den Rechtsrutsch bei den Gemeinderatswahlen: «Die SVP hat im Vergleich zu 2017 nur 1.7% zugelegt, trotz Regierungsratskandidatur. Der 5. Gemeinderatssitz ist ihr nur als Restmandat durch die Listenverbindung zugeteilt worden. Wären alle Parteien ohne Listenverbindung angetreten, hätte die SP die Restmandate geholt und nun fünf Sitze», rechnet Kummer vor.

«Die Wählerstärken haben sich also nicht so massiv verändert, wie es gewisse Parteien und Medien kundtun», zieht Kummer ein relativiertes Fazit und schöpft aus diesen Überlegungen wohl auch die Hoffnungen auf ihre Wahlchancen. Kummer wurde bis anhin als mögliche Kandidatin für die Stapi-Wahl in vier Jahren gehandelt.

Elias Meier, der vor vier Jahren noch François Scheidegger herausgefordert hatte, hat bereits angekündigt, dass er bei einem Rennen Aschberger vs Scheidegger nicht auch noch antreten will. Immer wieder kam es in den letzten Wahlgängen aber auch zu Kandidaturen von (politisch) unbekannten Personen.