Kinder und ältere Menschen sind im Strassenverkehr besonders gefährdet. Dies, obwohl sich zu Fuss niemand besser an die Verkehrsregeln hält als Senioren. Dennoch sind über 50 Prozent der getöteten Fussgänger im Strassenverkehr älter als 65.

Aus diesem Grund engagiert sich auch die Stadtpolizei Grenchen an der von der Kantonspolizei Zürich initiierten Sicherheitskampagne «Senioren im Strassenverkehr» und organisierte ein Sensibilisierungsanlass für die hiesigen älteren Mitmenschen.

Die Gründe für die vielen Todesfälle mit Rentnern sind vielseitiger Natur. Einige sind auf altersbedingte Ursachen zurückzuführen wie reduziertes Hörvermögen, Abnahme der Sehfähigkeit oder verminderte Beweglichkeit.

Doch nicht alle Risikofaktoren lassen sich den Ruheständlern selbst zuschreiben. «Ältere Menschen erfahren weniger Verständnis als jüngere Verkehrsteilnehmer», erklärt Kilian Messerli, Präventionsverantwortlicher der Polizei Stadt Grenchen.

So ist die Bereitschaft der Fahrzeughalter, für Kinder anzuhalten, wesentlich höher. Messerli rät den Senioren daher, mit dem Überqueren der Strasse zu warten, bis ein Fahrzeug vollständig angehalten hat, und den Blickkontakt mit dem Fahrer zu suchen.

Roman Angermann vom TCS Schweiz pflichtet dem bei und ergänzt. «Lieber warten, bis das Rad steht, auch wenn man drei Autos abwarten muss.» Ebenfalls sollten Stosszeiten vermieden und nach Möglichkeit auf Randzeiten ausgewichen werden.

Das Problem ist aber nicht einfach ein Generationenkonflikt. «Wir haben viele Senioren im Strassenverkehr, welche andere Senioren gefährden», sagt Kantonsarzt Christian Lanz. Altersbeschwerden seien ein natürliches Phänomen, welches die Teilnahme am Strassenverkehr aber nicht verunmöglicht.

Doch die älteren Menschen müssen sich ihrer Grenzen bewusst sein. Dennoch kann diesem Umstand mit einfachen Mitteln auch entgegengewirkt werden. «Wichtig ist es, die Mobilität zu erhalten.

Das gelingt bereits, wenn man täglich 30 Minuten zügig läuft», erklärt Lanz. Dies sei nicht nur eine wirksame Prävention, sondern helfe auch dabei, bestehende Krankheiten, wie zum Beispiel den Tunnelblick, zu verbessern.

3000 Kilometer Routine jährlich

Wie bei den Fussgängern ist auch bei den älteren Autofahrern die Routine ein wichtiger Aspekt. Eine Faustregel besagt, dass für eine optimale Fahrpraxis mindestens 3000 Kilometer jährlich absolviert werden sollten.

«Wenn ihr im Jahr nur rund 500 Kilometer mit dem Auto fahrt, steigt ihr besser gleich auf den Bus um», ermahnt Angermann die anwesenden Teilnehmer. Ebenfalls ratsam sei es, ab einem Alter von 60 Jahren immer mal wieder eine Stunde mit dem Fahrlehrer zu absolvieren, um à jour zu bleiben. Fahrten bei schlechter Witterung hingegen gilt es genauso zu vermeiden wie Ausflüge in Grossstädte.

«Sollte es trotzdem Mal zu einer längeren Fahrt kommen, ist es wichtig, dass sich die Partner abwechseln und nicht einer die ganze Strecke selbst fährt», so der TCS-Experte.