Zu Gast waren am Informationsabend Daniel Laubscher (Büren a. A.), Leiter Raumplanung in der Regionalkonferenz Bern-Mittelland, sowie Dominic Church, Leiter Strategische Planung Stadt Luzern und Präsident des Quartiervereins Altstadt in Brugg AG. Sie stellten sich den Fragen von Forum-Präsident Elias Meier und aus dem Publikum.

Kein volksnahes Thema

Die Experten zeigten sich nicht überrascht darüber, dass sich nur wenige Leute für das Thema Stadt- bzw. Raumplanung interessieren. So sei beispielsweise das Leitbild «Grenchen 2040», das als Grundlage für die laufende Ortsplanungsrevision dient, für Nichtfachleute nur schwer zu verstehen. «Es tönt ziemlich Fachchinesisch, das löscht den Leuten ab», hielt Church fest. Laubscher meinte provokativ, es werde heute versucht, die Herausforderungen mit Instrumenten anzugehen, welche gerade zu den heutigen Problemen geführt hätten.
Man führe zwar Mitwirkungen in grosser Zahl durch. Am Ende seien es aber immer die Gleichen, welche sich einbringen, «nämlich Männer im Alter zwischen 50 und 75», weiss Laubscher aus seiner Erfahrung als ehemaliger Stadtplaner von Solothurn. Es sei deshalb wichtig, dass der Planungsprozess vom Top-down- zum Bottom-up-Prozess umgewandelt werde, waren sich die beiden Fachleute einig. Eine grosse Rolle sollten Bilder und Illustrationen spielen, welche den Betroffenen helfen, eine Vorstellung der Projekte zu bekommen.

Parkplätze vor dem Laden

Wenig Hoffnung machte Church den Grenchnern in Sachen Wiederbelebung des Stadtzentrums hinsichtlich Einkaufen. Aus verschiedenen Gründen werde nicht mehr in den Stadtzentren eingekauft. Diese Entwicklung lasse sich kaum umkehren. Gemäss Gemeinderat Marc Willemin (SVP) sollte man zumindest versuchen, mit genügend Parkplätzen direkt vor den Geschäften die Situation zu lindern. Auch die Begegnungszone (20 km/h) an der Kirchstrasse sei überflüssig.