Hotellerie
Stadthotellerie in der Region verzeichnet markant mehr Logiernächte

Die Hotels in fast allen Städten in der Region sind fulminant ins laufende Jahr gestartet. Die Zahl der Logiernächte ist im Gegensatz zur gesamtschweizerischen Entwicklung in den ersten drei Monaten stark gestiegen.

Franz Schaible
Drucken
Teilen
Leere Betten in den Stadthotels der Region waren in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich weniger anzutreffen

Leere Betten in den Stadthotels der Region waren in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich weniger anzutreffen

Schweiz am Sonntag

«Die Zeichen für ein erfolgreiches Tourismusjahr 2011 stehen gut. Jetzt attackieren wir die 700000er-Logiernächte-Marke.» So liess sich Markus Legier, Direktor Bern Tourismus, bereits im Januar in einer Medienmitteilung der Stadtberner Tourismuszentrale zitieren. Im vergangenen Jahr wurden in Bern rund 675000 Übernachtungen gezählt. Inzwischen zeigt sich, dass Legier mit seiner Prognose auf Zielkurs ist. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres verzeichnete die Stadtberner Hotellerie fast 140000 Übernachtungen. Das entspricht gegenüber der Vorjahresperiode einem Plus von exakt 10 Prozent.

Noch besser läuft es den Herbergen in der Stadt Solothurn. Nach dem absoluten Rekordjahr 2010 mit fast 80000 Logiernächten hat sich das Wachstum mit 18 Prozent im ersten Quartal noch verstärkt. Jürgen Hofer, Leiter von Region Solothurn Tourismus, macht dafür mehrere Gründe geltend. So sei Solothurn als Reisedestination dank der engen Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus noch bekannter geworden, und wichtige Events wie die Filmtage oder die Bikedays hätten neue Rekord-Besucherzahlen verzeichnet.

Solothurn hat sich als Standort für den Seminartourismus etabliert

Zudem habe sich Solothurn als Standort für den Kongress- und Seminartourismus definitiv etabliert. Letzteres bestätigt Daniel Siegenthaler, Direktor des «Ramada», dem mit Abstand grössten Hotel in Solothurn. «Wir verzeichnen einen klaren Zuwachs im Geschäftstourismus. Es werden auch wieder vermehrt Seminare mit Übernachtungen gebucht.» Die gute Erreichbarkeit trage zur Attraktivität des Standortes bei. Dasselbe meldet das traditionsreiche Hotel Roter Turm. «Wir liegen deutlich über dem Vorjahr», sagt Direktor Peter Basler. Für Tourismusdirektor Hofer ist klar: «Der Jahresstart ist mehr als eine Eintagesfliege. Die positive Entwicklung hat sich nämlich im April bestätigt.»

Geradezu explodiert ist die Zahl der Übernachtungen in Langenthal. Laut Angaben des Bundesamtes für Statistik wuchs die Zahl der Hotelübernachtungen in den Monaten Januar bis März 2011 um 38 Prozent auf rund 4500. Diesen Zahlen traut die Branche allerdings nicht ganz. Vielleicht liege dem enormen Wachstum ein Fehler in der Statistik oder beim Meldeverfahren ans Bundesamt zugrunde. Gut gelaufen ist es aber alleweil. So etwa im Hotel Bären. «Unsere Logiernächtezahl liegt rund 15 Prozent über dem Vorjahr», berichtet Direktor Matthies Stampfli.

Damit habe man den Stand von vor der Wirtschaftskrise wieder erreicht. Das zeige aber auch, wie stark die Einbusse zuvor gewesen sei. Sein Hotel ist mit einem Anteil des Geschäftstourismus von 85 Prozent sehr stark von der Wirtschaft abhängig. «Unsere Entwicklung bei den Übernachtungen ist eigentlich ein Abbild des Geschäftsverlaufs der Industrie im Oberaargau.» Eine Prognose bis Ende Jahr wagt Stampfli nicht. «Das Geschäft ist sehr kurzfristig und volatil geworden.»

Starkes Wachstum in Olten

Die Oltner Hotellerie verzeichnete 2010 ein starkes Wachstum um über 11 Prozent. «Da der Hauptteil der Logiernächte im Bereich Geschäftstourismus generiert wird, war der konjunkturelle Aufschwung nach dem Krisenjahr ein wichtiger Grund für die Steigerung», erklärt Maria Sägesser, Geschäftsführerin von Region Olten Tourismus.

Zudem habe die positive wirtschaftliche Entwicklung mit Ansiedlung neuer Firmen oder dem Ausbau der Fachhochschule auch dazu beigetragen. Für den Rückgang in den ersten drei Monaten 2011 sieht sie keine offensichtlichen Gründe. In einer eher kleinen Stadt wie Olten könnten einzelne Veranstaltungen die Statistik kurzfristig stark beeinflussen. Übers ganze Jahr betrachtet glichen sich die Schwankungen oft wieder aus. So erwartet Sägesser, dass «die Oltner Hotellerie übers volle Jahr die Logiernächtezahl wird halten oder leicht steigern können». Die gute Platzierung im jüngsten Städteranking sei für das Image der Stadt Olten allgemein und als Wohnregion und Wirtschaftsstandort sehr positiv.