Stadtbummel
Wenn (Giuseppe) Mazzini neu erstrahlt

Ein Leuchtturm der Grenchner Italo-Küche ist erloschen. Doch es gibt Hoffnung.

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Schön und würdig: Die Büste von Mazzini wird neuerdings nachts beleuchtet.

Schön und würdig: Die Büste von Mazzini wird neuerdings nachts beleuchtet.

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Zuerst die traurige Nachricht, für jene, die es noch nicht wissen sollten. Luigi Tundo, langjähriger Wirt und Gastgeber im Restaurant Mazzini, ist vor einer Woche im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

Er hatte vor Jahrzehnten die erste richtige Pizzeria in Grenchen eröffnet und seither die Flagge gepflegter italienischer Gastfreundschaft stets hochgehalten. Es gab zwar auch schwierige Zeiten, doch immer wieder gelang es, das Steuer herumzureissen und die Kundschaft mit herzhaften Pizze und Pasta, aber auch raffinierteren Speisen der italienischen Küche bei Laune zu halten.

Zwar kann man heute an jeder Hausecke Pizza bekommen, die Italianita und die damit verbundene Atmosphäre war aber lange Zeit im «Mazzini» unvergleichlich. Wer von Luigi Tundo Abschied nehmen möchte, kann das am kommenden Dienstag um 10.30 Uhr in der Abdankungshalle tun.

Und wie weiter jetzt mit dem «Mazzini»? Bei einem Haar wäre die Liegenschaft zur Zahnarztpraxis umgebaut worden. Zahnärzte in allen Ehren, doch im «Mazzini» hätte ich gern weiterhin was zwischen statt an den Zähnen.

Das dachte sich offenbar auch Nachbar Ivo von Büren. Der SVP-Gemeinderat hat die Liegenschaft erworben und vor diesem Schicksal bewahrt. Auf Anfrage gibt er bekannt, dass das «Mazzini» ein italienisches Restaurant mit Pizzaofen bleiben soll. Das Mobiliar werde erneuert, ebenso Kühlanlage, Lüftung und Toiletten. Bereits im Dezember soll alles bereit sein.

Fehlt nur noch der Wirt. Von Büren liebäugelte mit dem «Pomodoro»-Wirt, der sich nun aber in den «Sternen» nach Solothurn verabschiedet hat. «Doch es gibt weitere Kandidaten», zeigt sich der «Mazzini»-Besitzer zuversichtlich.

Da könnte einiges zusammenpassen. Denn bekanntlich hat ja die Stadt das Mazzini-Pärkli schräg gegenüber saniert. Neuerdings wird sogar die Büste des italienischen Freiheltshelden nachts beleuchtet. Nicht vorzustellen, wenn es das «Mazzini» nicht mehr gäbe!

Gerne möchte ich die restlichen Zeilen auch anderen Grenchner Gastronomen widmen, welche unter der Zertifikatspflicht ächzen, aber tapfer weiter einen guten Job machen. So etwa das Team vom «Feldschlösschen», das mitten in der Coronazeit neu starten musste. Kürzlich rühmte eine Leserin den Sonntags-Brunch mit anatolischen Spezialitäten im «Feldschlösschen» in höchsten Tönen. So etwas hört man gern!

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