Stadtbummel
Grenchen feiert am 1. August, Solothurn kaum: Was steckt hinter dem interkantonalen «Bundesfeier-Graben»?

In Grenchen und den bernischen Nachbargemeinden finden Bundesfeiern statt, in der Region Solothurn kaum. Warum nur?

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Gibt es einen »Bundesfeier-Graben» zwischen dem Kanton Solothurn und dem Bernbiet?

Gibt es einen »Bundesfeier-Graben» zwischen dem Kanton Solothurn und dem Bernbiet?

Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE

Beim Blick in den Veranstaltungskalender von diesem Wochenende fällt auf, dass im Solothurnischen zahlreiche Bundesfeiern abgesagt wurden, darunter auch in Solothurn oder in Bettlach, während in Grenchens bernischen Nachbargemeinden der Nationalfeiertag fast wie eh und je mit den üblichen Festivitäten begangen wird.

Natürlich steckt die Pandemie hinter den zahlreichen Absagen, keine Frage. Doch die kennt ja eigentlich keine Kantonsgrenzen. Sind also die Coronabedenken im Bernischen und Solothurnischen unterschiedlich stark ausgeprägt? Sind die Berner patriotischer? Kühner, gar?

Oder ist vielleicht die Pandemie da und dort einfach ein Vorwand für gewisse OKs, keinen Bundesfeier-Redner suchen zu müssen? Man hat sich ja so was ans «nichts mehr organisieren» gewöhnt in letzter Zeit. Und ein zusätzlicher Feiertag ist der 1. August heuer auch nicht – so was Blödes. Es ist zweifellos einfacher und bequemer, den Privatgrill anzuwerfen, als eine Feier zu organisieren und Schweizerpsalm-Kopien für das Singen der Nationalhymne zu verteilen, die sowieso kaum jemand singen will.

Ausser japanischen Volunteers der Olympiade in Tokio, die auf einem Youtube-Kanal mehr oder weniger inbrünstig die Nationalhymnen der Teilnehmerländer singen. Dies, da an diesen Spielen keine Medaillenzeremonien stattfinden. Leider ist der Kanal japanisch angeschrieben und ich habe den Schweizerpsalm bisher noch nicht gefunden ...

Pandemie-Müdigkeit hin oder her, freuen wir uns, dass in Grenchen eine Bundesfeier stattfindet. Mit Festansprache, Musik, Lampion-Umzug für Kinder und sogar einer kleinen Feuershow.

1. August heisst auch, bald sind die Ferien wieder vorbei. Diesen Sommer wars in Grenchen wieder mal ausnehmend ruhig. Viele Einwohnerinnen und Einwohner mit ausländischen Wurzeln sind in ihre alte Heimat gereist, nachdem sie vergangenen Sommer die Gelegenheit dazu nicht hatten oder die Reise nicht wagten. Man weiss ja nie, wann die Zahlen wieder in die Höhe schnellen und der nächste Lockdown kommt. Oder ist es gerade umgekehrt, wie in England? Who knows?

Eigentlich war's in Grenchen diesen Sommer sehr angenehm. Die paar heissen Tage im Juni haben mir genügt, und temperaturmässig könnte es so weitergehen. Doch das Wetter richtet sich kaum nach unseren Vorlieben. Das ist vielleicht auch besser so, immer wieder überraschend und bereichernd. Denn wer hätte diese Woche mit Nebel gerechnet? Und das an der Jura-Sonnenseite? – Da gibts nur eines: Auf zum Bettlachstock, unserem neuen, nebelfreien Unesco-Weltnaturerbe!

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