Schule
Stadt will Gefahr vom Pausenplatz im Zentrum verbannen

Der sanierungsbedürftige Pausenplatz der Bezirksschule Grenchen wird bald in Schüler- und Parkbereiche geteilt. Das Projekt geht mit der Entwicklung Lindenpark einher.

Patrick Furrer
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Der sanierungsbedürftige Pausenplatz der Bezirksschule Grenchen

Der sanierungsbedürftige Pausenplatz der Bezirksschule Grenchen

Solothurner Zeitung

Der kaputte Asphalt und die kranken Bäume mit ihren abbrechenden Ästen waren nicht die einzigen Probleme. Aus verschiedenen Gründen und auch im Rahmen des Entwicklungsprojekts Lindenpark wurde diskutiert, was die Stadt mit dem lädierten Platz tun soll.

Eigentlich ist es schon lange mit Busse verboten, das Schulareal Zentrum zu befahren, das Auto dort zu abzustellen oder Gegenstände zu deponieren. Lediglich in der Kastanienbaumreihe vor dem Schulhauseingang ist das Parkieren auf den acht markierten Plätzen erlaubt – trotzdem wird auf dem ganzen Areal immer wieder wild parkiert, gerade am Abend, an Wochenenden oder wenn in der Nähe Grossanlässe stattfanden.

Der Verkehr ist aus Sicht der Polizei gefährlich – primär, weil zu oft unerlaubt parkiert wird, zum anderen, weil Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und mit diesen «Elterntaxis» für unnötige Gefahren sorgen. «Die Sanierung ist überfällig», sagt Jürg Vifian, Leiter Hochbau bei der städtischen Baudirektion. «Wir wollen auf dem Zentrumsareal dafür sorgen, dass der Platz wieder instand gestellt und sicher wird.»

Bei Bedarf folgt der Sperrpfosten

Nach mehreren Anläufen soll der Pausenplatz endlich saniert und die Probleme damit beseitigt werden. Bisher scheiterte das Vorhaben laut Vifian immer wieder an den Kosten und Partikularinteressen, wie, dass die rote Läuferbahn und der Brunnen nicht tangiert werden durften. Einige der kranken Bäume wurden schon entfernt. Ziel der Neugestaltung des Pausenplatzes ist es nicht nur, den kaputten Belag zu erneuern. Die acht Parkplätze werden vorne an die Strasse neben die alte Turnhalle versetzt. Der Pausenbereich soll klar abgetrennt und nicht mehr weiter mit Fahrzeugabstellplätzen durchmischt werden.

Der Westteil wird mit Grünflächen und Sitzbänken vom Ostteil mit den Veloständern und den Parkplätzen abgetrennt, im Süden verhindern Brunnen und Rabatten eine Zufahrt. Auf dem ganzen Westteil sind Autos zwar verboten, vor dem Bezirksschulhaus bleibt dennoch eine Lücke frei. «Wir werden aber gut im Auge behalten, ob dort unerlaubt Fahrzeuge passieren», sagt Hochbauamtsleiter Vifian. «Sollten wir feststellen, dass die Spielregeln nicht eingehalten werden, könnten wir die Lücke allenfalls mit einem Sperrpfosten zumachen.»

Widerstand war aufgekommen

Es hat seine Gründe, warum der Pausenplatz nicht gänzlich abgesperrt wird. Im Vorfeld zum Projekt hatte es Widerstand gegeben. Es wurde gewünscht, dass es bei Grossanlässen weiterhin möglich sein soll, den Platz als «Notparkplatz» zu nutzen. Oder, dass das Areal auch abends, wenn in der Schwimmhalle Schwimmkurse stattfinden, für Eltern befahrbar sein müsse. Immer mehr öffentliche Parkplätze entlang der Lindenstrasse verschwinden, demnächst auch jene Richtung Guisanplatz.

Die FDP hatte daher an Gemeinderatssitzungen Bedenken gegen die Schulhausplatzumgestaltung geäussert. Eine kritische Haltung sei angebracht, das zeige die verunglückte Umgestaltung beim Schulhaus II. Dort mussten Parkplätze einem Naturgarten weichen. «Diese Fläche ist heute erstens zu nichts nütze und zweitens mit Steinen aufgefüllt, was für einen Pausenplatz wirklich nicht ideal ist», ärgert sich FDP-Fraktionsvorsitzender Hubert Bläsi auch heute noch.

Gleichzeitig mit Heizzentrale bauen

Nach Abklärung mit den direkt betroffenen Stellen schliesslich hat man sich auf das aktuelle Projekt geeinigt. Für Lehrer wird es beispielsweise weiter möglich sein, mittels Parkkarten parkieren zu können. Die Zufahrt für «Elternzubringer» wird definitiv nicht erlaubt, das Parkieren bei Grossanlässen aber schon. Selbst die Polizei hatte die Option im Vorfeld begrüsst.

Mit den umfassenden Erneuerungsarbeiten soll in den Herbstferien begonnen werden. Budgetiert sind 140000 Franken. Um weitere Kosten zu sparen, wird der Beginn gleichzeitig mit dem Baustart der Heizzentrale für den Nahwärmeverbund Zentrum erfolgen.

Mit diesem Projekt seien die Arbeiten im Bereich Lindenpark aber noch nicht abgeschlossen, sagt Hochbauleiter Jürg Vifian. Es gebe noch viel zu tun, namentlich zwischen dem Schulhaus I und dem Schulhaus II, oder beim Obrecht-Denkmal. «Der Lindenpark war früher mal ein richtiger Park. Heute ist er nur noch die Gerümpelkammer der Stadt.»