Die Stadt Grenchen hat gestern Abend in den Girardsaal des Zentrums Bachtelen geladen zur alljährlichen Übergabefeier der Kulturpreise. Kulturkommissionspräsident Jean-Pierre Thomsen gab dabei seiner Freude Ausdruck, dass mit Kulturpreisträgerin Anna Messerli, der Nachwuchstänzerin Viviana Cali und Monica Aeschbacher, stellvertretend für die «Gränchner Musigbar», gleich drei Frauen geehrt werden konnten. «Dies war zwar nicht geplant, freut mich aber besonders.»

Stadtpräsident François Scheidegger, liess die vielfältigen Tätigkeiten von Anna Messerli, der ehemaligen Leiterin des städtischen Amtes für Kultur, Revue passieren. 1944 als Tochter welscher Eltern aus dem Neuenburger Jura geboren, wuchs Anna Messerli-Vuillemier bilingue in Grenchen auf. Anna Messerli amtete erfolgreich als Präsidentin der Literarischen Gesellschaft. Unter ihrer mehrjährigen Präsidentschaft machte die Gesellschaft mit spektakulären und gut besuchten Veranstaltungen auf sich aufmerksam.

Niklaus Meienberg, Otto F. Walter, Hans A. Pestalozzi sowie führende Schweizer Literaturkritikerinnen und Literaturkritiker waren in Grenchen zu Gast. Sie arbeitete in verschiedenen Funktionen für viele Kulturprojekte, wie beispielsweise die «Chürbisnacht», das Kulturforum für Frauen, die Gedenkfeiern zu Giuseppe Mazzinis 200-Jahr-Jubiläum oder das «Dîner culturel», welches Kunstschaffende verschiedener Herkunft zusammenführte.
Anna Messerli war auch Gründungsmitglied des Integrationsprojekts «Granges Mélanges» und gilt als Mitgründerin der Grenchner Kulturnacht usw. 2007 wurde sie mit dem «Chappeli-Tüfel» ausgezeichnet sowie 2003 mit dem Preis für Kulturvermittlung des Kantons Solothurn.

«Anna Messerli stellte viele wichtige Weichen im Kulturleben der Stadt und als ich noch Stadtschreiber war, haben wir exzellent zusammengearbeitet», erinnerte sich der Stadtpräsident. «Du hast diesen Preis mehr als verdient!»

Tänzerin Viviana Cali am Grenchner Kulturpreis 2017

Tänzerin Viviana Cali am Grenchner Kulturpreis 2017

Ballett und Rockmusik

Myriam Brotschi Aguiar ehrte die 14-jährige Balletttänzerin Viviana Cali mit dem Nachwuchsförderpreis. Schon als Dreijährige habe sich von einem Barbie-Film vom «Schwanensee» (Tschaikowski) inspirieren lassen und sei inzwischen fest entschlossen, Profi-Tänzerin zu werden. Cali hat schon an zahlreichen internationalen Ballettwettbewerben teilgenommen und immer wieder hervorragende Resultate erzielt.

So in Frankfurt, wo sie 2015 den 1. Platz belegte und und ihre Tanzlehrerin Barbara Bernard den 1. Platz für die beste Schule und Choreografie zuteilwurde. Die Siegesserie setzte sich 2016 fort, unter anderem mit dem 1. Platz für Charaktertanz in Nürnberg und einem 5. Platz am Internationalen Ballettwettbewerb an der Wiener Staatsoper. Von ihrer künstlerischen Ziehmutter Bernard hat sich Cali inzwischen getrennt und arbeitet heute mit einer Berner Ballettschule.

Den Anerkennungspreis der Stadt überreichte André Weyermann der «Gränchner Musigbar», namentlich Monica Aeschbacher, welche zusammen mit einem Helferteam seit vielen Jahren Rock- und Blues-Konzerte organisiert und damit das kulturelle Leben Grenchens mit arrivierten Bands, aber auch Nachwuchsformationen bereichert.

«Die Gränchner Musigbar hat sich in der Musikszene rasch einen guten Namen geschaffen», sagte Weyermann. Zum Grossteil habe sie dies der Beharrlichkeit und dem Engagement von Monica Aeschbacher zu verdanken. Als weitere Musigbar-Helfer erwähnt wurden Antonio Cipriano, Eugen Wälti, Jürg Lier, Tanja Gisiger, Theres Frei, Renate Schneider, Holger Greis und Res Mader.

Die Geehrten bedankten sich, jede auf seine Art. Viviana Cali mit einer kurzen Demonstration ihres tänzerischen Könnens; für die Musigbar trat die mit Aeschbacher gut bekannte Blues-Sängerin Manu Hartmann mit den Ad hoc-Musikern Jürg Lier, Res Mader und Hansruedi Niklaus auf und konnte den Saal mitreissen – vor allem als sie die Preisträger noch als Background-Vokalisten auf die Bühne bat.

Manu Hartmann mit Jürg Lier, Res Mader und Hansruedi Niklaus

Manu Hartmann mit Jürg Lier, Res Mader und Hansruedi Niklaus

Sie traten an der Verleihung der Grenchner Kulturpreises auf.

Anna Messerli zeigte eine Präsentation mit Impressionen aus dem Kulturleben Grenchens der vergangenen Jahre, in der so mancher sich in jugendlicheren Zeiten wiedererkennen konnte. Sie dankte etlichen Wegbegleitern und Freunden, die sie motiviert und unterstützt haben.