Gemeinderat

Stadt plant Gewerbepark an der Lengnaustrasse

Industrie, Büros, Wohnen: das "Business-Modell" im Stadtzentrum Grenchen

Industrie, Büros, Wohnen: das "Business-Modell" im Stadtzentrum Grenchen

Der Gemeinderat liess sich am Dienstag von der Wirtschaftsförderung über die Umsetzung des städtischen Business-Plans orientieren.

Wie ein Unternehmen verfügt die Stadt Grenchen über einen vom Gemeinderat abgesegneten Businessplan. Dieser erstreckt sich jeweils über eine Vierjahresperiode, doch wird dem Gemeinderat jährlich Bericht erstattet über den Stand der Umsetzung der darin formulierten Ziele.
Im Reporting, das am Dienstag dem Gemeinderat zur Genehmigung vorlag, wurden einige Punkte als erledigt abgehakt. Diese betrafen hauptsächlich Aktionen im Bereich Standortmarketing. So wurde von der neuen Wirtschaftsförderin Karin Heimann 2016 ein «Innovations-Frühstück» geschaffen und als Angebot regelmässig weitergeführt. Ebenfalls lanciert wurde ein «Starter-Paket» für Jungunternehmen und ein «Willkommens-Paket» für Unternehmen, bzw. deren Angestellte, die neu in Grenchen arbeiten.

Gewerbepark geplant

Nachdem Grenchen im nationalen Immo-Rating durchgestartet ist, versucht man diesen Schwung mit einer Karte «Destination Grenchen» für schweizweit tätige Immobilienentwickler zu nutzen. Im Westen der Stadt, an der Lengnaustrasse bestehen zudem Pläne für einen Gewerbepark mit 6000 m2 als Ergänzung der zahlreichen Mietflächen. «Denn zahlreiche Gewerbler suchen Eigentum statt Miete», sagte Heimann anlässlich der Behandlung des Businessplanes.
Der Industrieverband IHVG hat zudem im November einem Projekt «Standortbotschafter» zugestimmt. Grenchner Firmen, die national oder international tätig sind, sollen dabei als Multiplikatoren für Grenchen werben.

Innenstadt beleben

Heimann orientierte auch über die Arbeitsgruppe Zentrumsentwicklung, welche unter der Moderation von Silvan Granig seit letztem Sommer aktiv ist und am 28. Februar der GRK rapportieren will. Nächsten Sommer von Mai bis Oktober sollen zudem themenspezifische «Entdeckungs-Touren» (Einkaufsstadt, Sportstadt, Uhrenstadt etc.) durch Grenchen lanciert werden. 19 Firmen hat die Wirtschaftsförderung bei einer Standortsuche unterstützt sowie 27 einheimische Firmen beraten. «Den Businessplan, der seit 1998 besteht, möchten wir nicht mehr missen», sagte Walter Sahli, Vizepräsident des IHVG, «denn dieser ist umsetzungsorientiert und mit systematischem Controlling ausgestattet.»

Und die Bildung?

Im Rat wurden Heimanns Ausführungen einhellig begrüsst. Vize-Stadtpräsident Remo Bill (SP) und Peter Brotschi (CVP) regten an, bei der anstehenden Überarbeitung des Business-Plans Grenchen als Kultur- und Schul-, bzw. Bildungsstandort stärker zu gewichten. Der Bericht zum Businessplan wurde schliesslich ohne Gegenstimme verabschiedet.
Anlässlich der Behandlung des Pensenplans der Schulen kam es zu einem weiteren Rückzugsgefecht in Sachen Integrative Förderung. Dabei stellten sich die beiden Lehrkräfte Nicole Hirt (GLP) und Peter Brotschi zusammen mit der SVP gegen das Vorhaben von Gesamtschulleiter Hubert Bläsi, zwei zusätzliche Schulklassen bereits aufs Schuljahr 2018/2019 zu schaffen, um die Systemumstellung in zwei Jahren besser zu schaffen. «So leid es mir tut, es gab eine Volksabstimmung und auch Grenchen muss sich der Mehrheit fügen», meinte Bläsi. SP und FDP zusammen brachten die Pensenerhöhung mit 9 gegen 5 Stimmen bei einer Enthaltung (Brotschi) durch. «Es kostet wieder eine Viertelmillion, aber wir müssen in diesen sauren Apfel beissen», meinte Robert Gerber (FDP).

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