Das Leichtathletik-Stadion des TV Grenchen kann voraussichtlich ausgebaut werden. Der Gemeinderat hat heute Abend Ja gesagt zu einem Beitrag von 1 Mio. Fr. an die Sanierungs- und Ausbaukosten, welche laut Vorlage 3,349 Mio. Fr. betragen. Der Gemeinderat schöpft dabei seine Finanzkompetenz bis auf den letzten Franken aus. Weitere wichtige Beiträge kommen vom Sportfonds des Kantons Solothurn (885'000 Fr.) und von weiteren Sponsoren (mindestens 900'000 Fr.).

Ein «ansehnlicher Teil» davon ist laut dem Turnverein als Stadionbesitzer «mündlich oder schriftlich zugesagt». Ferner sind Eigenleistungen durch den TV Grenchen im Umfang von einer halben Million vorgesehen. Das Ja der Stadt ist an die Bedingung geknüpft, dass 95 % der Ausgaben mit schriftlichen Verträgen gedeckt sind.

Stadtschreiberin Luzia Meister erläuterte die Vorlage, die 2014 dem Gemeinderat schon einmal vorgestellt wurde und schon damals das Gefallen der Politiker fand. «Es wurde viel und weitsichtige Arbeit vom Verein geleistet, auf Extravaganzen verzichtet und klar zwischen Wünschbaren und Machbaren unterschieden», meinte sie. Mit dem neuen Hartplatz werde auch eine multifunktionale Nutzung möglich.

Sämtliche Fraktionssprecher sprachen sich in der Folge für den Kredit aus. «Was lange währt, wird endlich gut», meinte etwa Alex Kaufmann seitens der SP. Die neue Anlage sei eine weitere Aufwertung für die schon heute beachtliche Sportzone im Süden der Stadt. Die stolze Summe sei als Investition in die Zukunft zu sehen.

Marc Willemin (SVP) unterstrich die Bedeutung der Sportstätte für junge Menschen, «die dort lernen, zu gewinnen, zu verlieren und respektvoll miteinander umzugehen». Maria Lo Giudice (FDP) sah im Vorhaben ein «positives Zeichen für den Standort Grenchen», begrüsste aber explizit die Auflagen der Stadt hinsichtlich der Finanzierung. Die Vorlage wurde ohne Gegenstimme angenommen.

Ja zu Effi Deville

Der Gemeinderat hat mit 12 gegen 2 Stimmen bei einer Enthaltung ebenfalls ja gesagt zum Reorganisationsprojekt für die Stadtverwaltung «Effi Deville». Es sieht einerseits einen mittelfristigen Personalabbau im Stadthaus vor, die Zusammenlegung von Standortmarketing und Wirtschaftsförderung sowie einen Wechsel zum Gemeindeverwalter-Modell, das die Funktionen von Stadtschreiber und Finanzverwalter zusammenfasst.

Vize-Stadtpräsident Urs Wirth (SP), der das Projekt als Obmann begleitete, konnte heuteauch die Zustimmung der Personalverbände zum Vorhaben vermelden. Alle Fraktionen ausser der SVP zollten einerseits dem Projekt anderseits auch dem sportlichen Zeitplan Respekt. Es herrschte Einigkeit, dass mit Effi Deville wesentliche Verbesserungen der Abläufe im Stadthaus und klare Verantwortlichkeiten erzielbar sind - und damit auch Kostensenkungen.

Richard Aschberger (SVP) sah im raschen Projektfortschritt hingegen Probleme. Beispielsweise darin, dass der neue Gemeinderat mit mehreren neuen Personen sich dann nicht mehr zu dieser Reorganisation äussern könne. «Er wird es sein, der die kommenden Jahre mit dieser Organisation arbeiten muss.» Aschberger verlangte deshalb, dass eine zweite Lesung mit dem neu zusammengesetzten Gemeinderat durchgeführt wird.

«Noch reichlich Gelegenheit»

«Mit derselben Begründung könnten wir jetzt unsere Arbeit abbrechen und auch den Stadionentscheid unseren Nachfolgern überlassen», entgegnete Urs Wirth. Bei der nötigen Änderung der Gemeindeordnung werde auch der neue Rat noch reichlich Gelegenheit haben, mitzureden. Auch Stadtpräsident François Scheidegger betonte, gerade der straffe Zeitplan sorge dafür, dass die Unsicherheit des betroffenen Personals möglichst kurz sei. «Wir müssen heute einen Richtungsentscheid fällen.» Der Antrag von Aschberger wurde mit vier gegen elf Stimmen deutlich abgelehnt.

Nicole Hirt (GLP) kritisierte zudem, die Vorlage sei zu wenig konkret hinsichtlich Spareffekt. «Man kann von mehreren 100'000 Franken ausgehen», erklärte dazu Stephan Harting, der externe Berater, welcher «Effi Deville» im Auftrag der GRK durchführte. Ersichtlich wird das Sparpotenzial auch im Abbau von 30 auf 23-24 Vollzeitstellen.