Grenchen

Stadt Grenchen prüft: Wie elektrophil sind die Grenchner Gemeinderäte?

Werden iPad und Co. bald im Parktheater Einzug halten?

Werden iPad und Co. bald im Parktheater Einzug halten?

Die Stadt Grenchen will moderne Wege gehen und prüft, ob die Gemeinderäte künftig mit Tablet-PCs und anderen elektronischen Gadgets unterstützt werden sollen.

«Mobile» ist ein Trend, der auch vor unseren Politikern nicht haltmacht. Noch hüten sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte während Sitzungen zwar davor, ständig das Display ihres Smartphones zu streicheln. Ausnahmen bilden höchstens Grossveranstaltungen wie die Fussballeuropameisterschaft.

Doch die mobile Technik ist das Medium der Zukunft und hat uns längst erreicht. Hand aufs Herz: Wie viele Leute haben sich iPhone & Co. stets verwehrt und gesagt «ich brauche nur ein Handy zum Telefonieren»? Und wie viele davon haben inzwischen selbst so ein Gerät? Richtig. So ziemlich alle.

Aufwand und Kosten

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, überlegt sich die Stadt Grenchen nun, die mobile Technik zum Bestandteil der kommunalen Politik zu machen und unter anderem, sämtliche ordentlichen und Ersatzgemeinderäte mit Tablet-PCs (beispielsweise iPad) auszurüsten. Ausserdem soll eine Extranet-Plattform geschaffen werden, die von überall über das Internet passwortgeschützt genutzt werden kann, zum Beispiel, um wichtige oder fehlende Dokumente oder Formulare herunterzuladen.

Es versteht sich von selbst, dass mit dem Aufbereiten der entsprechenden Daten ein enormer Aufwand verbunden wäre. Weiter soll im Gemeinderat künftig ein drahtloser Internetzugang (WLAN) eingerichtet werden. Die Neuerungen wären budgetrelevant. Geht man bei den iPads von einem ungefähren Stückpreis von 850 Franken aus, käme deren Anschaffung bei 15 ordentlichen und weiteren acht Ersatzratsmitgliedern auf knapp 20000 Franken zu stehen. Allerdings: Noch steht es in den Sternen, ob der «E-Gemeinder@t», wie sich die Idee nennt, überhaupt realisiert wird.

Ende Juni startete die Stadtkanzlei eine Umfrage, um das Interesse der Ratsmitglieder abschätzen zu können. «Wir wollten einfach mal Fieber messen», erklärt Stadtschreiberin Luzia Meister. Die Resultate liegen noch nicht vor.

Vorteil und Einsparungen

Zukünftig könnte «Mobile» also auch in der Grenchner Exekutive Einzug halten. Fehlt dann bei einer Besprechung mal der nötige Reglementstext, könnte er innert Sekunden beigezogen werden. Hätte eine Gemeinderätin ihren Vorstoss zu Hause vergessen, könnte sie ihn über ihr Mail direkt abrufen.

Würde die Schweiz an der WM teilnehmen, müsste man kein Tor verpassen. Das meiste davon birgt auch Sparpotenzial. «Die Ratsmitglieder könnten in den Sitzungen immer auf alle relevanten Daten zugreifen», begründet die Stadtkanzlei im Umfragetext ihre Motivation. Ob der «E-Gemeinder@t» bereits auf die Wahlperiode 2013 – 2017 eingeführt würde, bleibt abzuwarten. Jedenfalls würde Grenchen mit diesem Projekt noch selten eingeschlagene Wege gehen. Zumindest Finanzverwalter David Baumgartner, der die Umfragebögen zusammenträgt, wäre nicht bekannt, dass andere Gemeinden bereits so arbeiten.

Meistgesehen

Artboard 1