Grenchen

Stadt Grenchen macht Druck auf Fussballvereine

Das Stadion Brühl soll nicht mehr dem FCG allein vorbehalten sein.

Das Stadion Brühl soll nicht mehr dem FCG allein vorbehalten sein.

Die Stadt Grenchen will die vier Fussballclubs der Stadt zu mehr Kooperation anhalten. Ein von der Stadt bezahlter Projektleiter soll die Sache an die Hand nehmen. Künftig soll der FC Grenchen nicht mehr Alleinherrscher im Stadion Brühl sein.

«Die Stadt Grenchen strebt einen Fusionsprozess der vier Grenchner Fussballvereine innert drei bis fünf Jahren an», heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.  Um diesen Prozess zu unterstützen, plant die Stadt, einen neutralen Projektleiter einzusetzen, der die dafür notwendigen Schritte mit den Vereinspräsidenten sowie Vertretern der Stadt als Eigentümerin der Fussballinfrastruktur koordiniert.

In Grenchen sind die vier Fussballvereine FC Fulgor Grenchen, FC Grenchen, FC Wacker Grenchen und Ital Grenchen aktiv. Im Zeichen der Jugendförderung und des Breitensports stellt die Öffentlichkeit den Vereinen  eine umfassende Infrastruktur (Rasenfelder, Gebäudeeinrichtungen etc.) zur Verfügung und kommt für deren jährliche Unterhaltskosten auf. Die Kosten betragen laut Stadt  zwischen 300‘000 und  500‘000 Franken jährlich.

Fusion würde Problem lösen

Diskussionen um eine Fusion sind in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. "Oft verhinderten in vergangenen Jahren Differenzen zwischen den Vereinen bzw. Personen ein gemeinsames Vorgehen im Sinne eines starken Fussballstandorts Grenchen", heisst es weiter. In gemeinsamen Gesprächen zwischen den Präsidenten der  Fussballvereine und dem Stadtpräsidenten in den vergangenen Monaten sei zum Ausdruck gekommen, dass zahlreiche Probleme mit einer Fusion gelöst werden könnten.

Es sei klar, dass ein Zusammengehen der Fussballvereine einen hohen Koordinationsaufwand mit sich bringe, sowohl vereinsintern, wie auch mit diversen Abklärungen beim Fussballverband, so die Stadt weiter. Dieser Prozess soll Schritt für Schritt unter Führung eines neutralen Projektleiters, dessen Kosten durch die Stadt getragen werden, umgesetzt werden.

Schluss mit FCG-Extrawurst

Die Gemeinderatskommission hat der Stadtverwaltung den Auftrag erteilt, ein Sportstättenkonzept zu erarbeiten, welches die Einführung von Nutzungsgebühren für Sportplätze und Turnhallen vorsieht sowie die Verwaltung der Infrastrutur unter den Vereinen regelt. Im Zuge dessen gelte für die Stadt der Grundsatz der Gleichbehandlung aller (Sport-)Vereine. "Deshalb muss auch eine Kündigung des Vertrags zwischen der Stadt Grenchen und dem FC Grenchen aus dem Jahre 1975 erwogen werden", heisst es. Laut Vertrag darf jener Verein das Stadion Brühl benützen, der in der höchsten Liga spielt.

An seine Stelle müsste laut Stadt eine Regelung über die gesamte Fussballinfrastruktur – unter Einbezug aller vier Vereine – treten. Die Fussballinfrastruktur wird allen Grenchner Fussballvereinen unter zu definierenden Auflagen zur Verfügung gestellt.

Infrastruktur primär für Fusionsverein

Jene Fussballvereine, die sich in einem Fusions- oder einem Kooperationsvertrag zusammenschliessen (Koordination der Infrastruktur und Unterhalt, Juniorengruppierung etc.), können die städtische Fussballinfrastruktur zu den vereinbarten Bedingungen nutzen. Vereine, welche sich nicht am Projekt beteiligen, werden für die Nutzung der Fussballinfrastruktur nur in 2. Priorität berücksichtigt.

Neben den vier bestehenden oder einem daraus fusionierten Verein, sollen keine neuen Fussballvereine unterstützt werden.

Der FC Grenchen, der seit kurzem im Besitz von ausländischen Investoren ist, hat nach der Übernahme bekräftigt, dass er an einer Fusion mit den anderen Grenchner Vereinen vorerst nicht interessiert ist.

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