Grenchen
Stadt Grenchen leistet den Fussballvereinen Erste Hilfe

270 000 Franken kosten die drei Teilprojekte, mit denen der Gemeinderat den Trainingsengpässen der Fussballer entgegenwirken will. Unerwartet wenig zu reden gaben an der Sitzung von Dienstag hingegen die hohen Kosten des regionalen Zivilschutzes.

Patrick Furrer
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Weil mit dem Velodrome unter anderem der Allwetterplatz wegfällt, werden Gegenmassnahmen ergriffen.

Weil mit dem Velodrome unter anderem der Allwetterplatz wegfällt, werden Gegenmassnahmen ergriffen.

AZ

Die Grenchner Fussballvereine haben immer weniger Trainingsmöglichkeiten. Die Engpässe nehmen sogar noch zu, nachdem der Kunstrasen an der Urne gescheitert ist. Besonders in diesem Jahr - wenn im April mit dem Bau des Velodromes auf dem Ostfeld und den Aufbauarbeiten zur mia auf dem Westfeld begonnen wird - werden die Tschütteler an Grenzen stossen. «Wir wissen, dass es schwierig ist», sagte Stadtbaumeister Claude Barbey an der Gemeinderatssitzung von Dienstagabend, «aber da müssen wir durch.»

Im laufenden Jahr wird zusätzlich auf Trainingsmöglichkeiten an Schulen und beim Bachtelen zurückgegriffen. Als Gegenmassnahmen zu den weiter anhaltenden Engpässen hatte der Gemeinderat ausserdem über vier Teilprojekte zu entscheiden: Erstens soll das Westfeld mit der Platzbeleuchtung des Ostfeldes ausgestattet und der Boden verbessert, zweitens das Bachfeld Ost mit der Platzbeleuchtung des Allwetterplatzes ausgerüstet werden.

Velodrome verdrängt Allwetterplatz

Teilprojekt 3 sieht vor, im Süden ein zusätzliches Trainingsfeldes zu bauen. Anstelle des Allwetterplatzes, der durch die Velodrome-Parkplätze verdrängt wird, ist als Teilprojekt 4 ein ergänztes Rasenfeld geplant.

Die Teilprojekte 1, 2 und 4 samt Kostenvoranschlag von 270 000 Franken wurden schliesslich genehmigt. Teilprojekt 3 mit dem zusätzlichen Rasen (Kosten: 210 000 Franken) wird vorerst zurückgestellt. Verwaltung und Behörden wollen zuerst die Entwicklung der kommenden Saison abwarten. Einen Teil der Kosten für die Beleuchtungen wird das Velodrome übernehmen. Die mia leistet einen Pauschalbetrag von 10 600 Franken. Gleich nach der mia 2012 soll mit den Arbeiten auf dem Westfeld und dem Bachfeld Ost begonnen werden.

Zivilschutzkosten im Fokus

Keine Chance hatte an der Gemeinderatssitzung Ivo von Büren. Der SVP-Gemeinderat hatte im Dezember eine Interpellation mit dem Titel «Hat die Regionale Zivilschutzorganisation Grenchen-Bettlach-Selzach ihre Kosten nicht im Griff?» eingereicht. Hintergrund sind die gestiegenen Pro-Kopf-Kosten für die RZSO, welche deutlich höher sind als die der regionalen Organisationen in Solothurn und Olten. Woher diese Unterschiede kommen und wie der Zivilschutz gedenkt, seine Kosten zu senken, wollte der Interpellant wissen.

Mit der Antwort des Zivilschutzes, welcher die Kosten primär mit der tieferen Einwohnerzahl im RZSO-Gebiet Grenchen und den daraus resultierenden höheren Kosten auf den einzelnen Einwohner erklärte, war er nicht zufrieden, weshalb von Büren Antrag auf Diskussion stellte. Gestützt von den beiden Vertretern der CVP, unterlag die SVP allerdings mit ihrem Anliegen klar, auch gegen die Stimmen der FDP.

Damit ist das Thema der Zivilschutzkosten aber noch nicht vom Tisch. Wie eben bekannt wurde, wird jetzt die Regionale Bevölkerungs- und Zivilschutzkommission (RBZSK) die Ursachen für die hohen Pro-Kopf-Kosten in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule genau prüfen. Dabei sollen Kosten und Leistungen genau unter die Lupe genommen werden.