«Nach intensiven Gesprächen und Schriftwechseln hat Daniel Pünter, Bereichsleiter DOK und Reportagen, SRF, Stadtpräsident François Scheidegger nachstehende Ergänzung der Redaktion ‹SRF Dok› zum Beitrag ‹Die schweigende Mehrheit› vom 12. April 2018 zugestanden», so die Medienmitteilung der Stadt Grenchen, die am Dienstag verschickt wurde.

Konkret heisst das, dass auf der entsprechenden Homepage von SRF Dok und in anderen Verweisen der redaktionelle Begleittext zum Film um folgende Textpassage ergänzt wurde: «François Scheidegger, Stadtpräsident von Grenchen, hält gegenüber SRF fest, dass aus Sicht vieler Grenchnerinnen und Grenchner der Dok-Film ‹Die schweigende Mehrheit› die Stadt viel zu negativ darstelle. Insbesondere werde nicht auf die positiven wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre eingegangen.

SRF-Dok: «Die schweigende Mehrheit – Schweizer Nabelschau in Grenchen»

Scheidegger sagt: ‹Unsere Stadt ist einer der Top-Entwicklungsstandorte des Vereins Hauptstadtregion Schweiz. Und, sie gehört übrigens zu den sichersten Städten der Schweiz.› Die Zahl der Beschäftigten in der Stadt Grenchen stieg zwischen 2005 und 2015 tatsächlich um 11,9 Prozent. In der Uhrenindustrie stieg die Zahl der Angestellten in der Stadt Grenchen gemäss Bundesamt für Statistik von 2005 bis 2014 um 989 Personen.»

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Das ist aber offenbar nicht alles: Unbestätigten Angaben zufolge sollen mindestens zwei Szenen aus dem Film herausgeschnitten werden: Diejenige mit einer Frau, die ohne ihr Einverständnis gefilmt worden war und die ausdrücklich verlangt hatte, nicht im Film zu erscheinen, was dann aufgrund eines Missverständnisses, wie Filmemacherin Karin Bauer sagte, trotzdem geschah. Die zweite Szene spielte sich beim Einbürgerungsverfahren ab, wo eine Frau namentlich genannt wurde, die noch nicht eingebürgert werden konnte, weil sie noch offene, nicht beglichene finanzielle Forderungen aufweise.

Im Weiteren haben Pünter und Scheidegger vereinbart, dass sich beide Seiten zu einem Gespräch treffen werden. Ort und Zeit sind noch nicht bestimmt. Weitere Auskünfte und Erklärungen würden nicht abgegeben, heisst es weiter. Karin Bauer weile offiziell in den Ferien.(om)