Prozess

St.-Ursen-Brandstifter soll 4 Jahre hinter Gitter

Feuerteufel von der St.-Ursen-Kathedrale steht vor Gericht

Feuerteufel von der St.-Ursen-Kathedrale steht vor Gericht

Der 62-jähriger Schweizer, der Anfang Januar einen Brandanschlag auf die St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn verübt hat, soll zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt werden.

Der Angeklagte habe seinen Plan Schritt für Schritt ausgeführt, sagte der Staatsanwalt am Dienstag vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern. Beim Brandanschlag auf die St.-Ursen-Kathedrale habe er das Leben des Sakristans gefährdet. Er zeige überhaupt keine Einsicht.

Der Mann soll wegen qualifizierter Brandstiftung, mehrfacher versuchter Störung des Eisenbahnverkehrs, mehrfacher schwerer Körperverletzung sowie wegen Drohung und Schreckung der Bevölkerung verurteilt werden. Der Schweizer befindet sich seit dem Brandanschlag in Haft.

Die vom Staatsanwaltschaft beantragte stationäre, therapeutische Massnahme sieht vor, dass der Mann in eine geschlossene psychiatrisch-forensische Klinik eingewiesen wird. Wie lange die Therapie dauert, wird von dessen Erfolg abhängen.

Gutachten: Verminderte Zurechnungsfähigkeit

Ein psychiatrisches Gutachten attestierte dem Mann eine schwer verminderte Zurechnungsfähigkeit. Dieser habe eine paranoide Persönlichkeitsstörung und Wahnvorstellungen, sagte der Gutachter vor Gericht. Die Fähigkeit zur Einsicht sei vermindert. Die psychischen Störungen seien nur schwer behandelbar. Der Gutachter empfahl eine stationäre Therapie in einer psychiatrisch-forensischen Klinik.

Alle drei Taten gestanden

Der Schweizer gestand, am 4. Januar 2011 in der St.-Ursen- Kathedrale einen Brandanschlag mit 20 Liter Benzin verübt zu haben. Es entstand ein Sachschaden von 3,5 Millionen Franken. Personen wurden nicht verletzt.

Im März 2009 hatte er beim Bahnhof Olten-Hammer SO eine aus Abfallstücken zusammengeschweisste Stahlkonstruktion auf das Bahngeleise gelegt, um einen Zug entgleisen zu lassen. Ein Zug hatte die Konstruktion allerdings weggedrückt, ohne dass Menschen oder Sachen geschädigt wurden.

Verantworten muss sich der Mann zudem, weil er im Juli 2010 auf einer Zugfahrt von Göschenen UR nach Airolo TI eine zuvor selbst gebastelte Weste übergezogen hatte. Er drohte den Fahrgästen, er werde die Weste in fünf Minuten zünden. Es kam niemand zu schaden. (sda)

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