An der Gemeinderatssitzung vom März 2018 entschied sich der Rat in einem Grundsatzentscheid in Sachen Spielplatz für den Standort auf der Werkhof-Wiese und legte ein Kostendach für die Einwohnergemeinde von 200'000 Franken fest. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Gemeinde und des Vereins «Spielplatz Bettlach» wurde gegründet. Um die Planung rechtzeitig für die Septembersitzung präsentieren zu können, zog man die Fachstelle SpielRaum aus Bern hinzu.

Mittels Befragungen und an Infoveranstaltungen nahm man Anregungen und Kritik von Anwohnern entgegen und präsentierte an der Gemeinderatssitzung nun Konzept und Reglement. Der geplante Spielplatz wird in verschiedene Bereiche aufgeteilt, erklärte Vereinsmitglied Gabriela Mathys dem Rat. So gibt es zum Beispiel einen Bereich «Verstecken, Zurückziehen»mit einem Baumhaus. Eine Begegnungszone mit Tischen und Bänken soll für Familien vorhanden sein, im Bereich «Verändern, Forschen» sollen die Kinder mit Wasser und Kies spielen können. Weiter gibt es Bereiche fürs Klettern, Entdecken und Forschen sowie freie Flächen. Der ganze Spielplatz ist von einem Zaun umgeben, eine mobile WC-Anlage soll aufgestellt werden.

Mit dem Bau soll erst begonnen werden, wenn 40'000 Franken an Sponsoringgeldern aufgetrieben sind. Die Kosten des Vorprojektes von brutto 280'000 Franken mit prognostizierten Sponsoringbeiträgen von 70'000 Franken sowie einem prognostizierten Beitrag von 10'000 Franken aus dem Max-Müller-Fonds freuten nicht alle Ratsmitglieder.

Thomas Fessler von der CVP lobte zwar das sehr gute Projekt. Hier habe man einen perfekten, fertig ausgebauten Spielplatz. Aber der Gemeinderat habe ein Kostendach von 200'000 Franken beschlossen. Dem stünden nun Gesamtkosten von 280'000 Franken gegenüber. Man müsse einfach kleinere Brötchen backen. Er persönlich verliere die Glaubwürdigkeit, wenn er in den kommenden Budgetverhandlungen 100 Franken Einsparungen durchsetzen müsse und gleichzeitig hier Ja sage. Ein gutes Projekt, das aber nicht voll ausgebaut sein müsste.

Patrick Gfeller von der SVP ging noch weiter und bemängelte das Verständnis des Vereins für die Gemeindefinanzen, wo auf Jahre hinaus ein Defizit von einer Million drohe. Für ihn seien 200'000 Fr. das höchste aller Gefühle und er habe erwartet, dass der Gemeindebeitrag sich um den Betrag der Sponsoringbeiträge vermindere. Das sei auch so, versicherte Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut, aber man müsse hier das Brutto-Prinzip anwenden, in dem alle Kosten ausgewiesen sind. Mathys sagte, man könne nicht ausschliessen, dass mehr Sponsorengelder zusammenkämen und man wolle anstreben, dass Sponsoren einzelne Spielgeräte vollumfänglich sponsern.

FDP-Gemeinderat André von Arb, selber auch Vorstandsmitglied im Verein, wies darauf hin, die Tatsache, dass man «pfannenfertig» planen müsse, sei auch der Sicherheit geschuldet und die Kosten seien gestiegen, weil man Anliegen der Anwohner berücksichtigt habe.

Nachdem ein Antrag der SP-Fraktion auf Verkürzung der im Reglement vorhandenen Öffnungszeiten mit Stichentscheid der Gemeindepräsidentin abgelehnt wurde – Montag bis Samstag ist von 9–21.30 Uhr geöffnet, Sonn- und Feiertage von 9–17 Uhr – genehmigte der Rat das Reglement mit 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Das Plenum bewilligte sodann mit 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen die sofortige Realisierung des Spielplatzes mit einem maximalen Gemeindebeitrag von 200'000 Franken und einem Bruttokredit von 280'000 Franken. Weiter sollen die Entfernung des Fussgängerstreifens und eine Ausweitung der 30er-Zone überprüft werden.