Genau einen Tag, nachdem die Berner Regierung die letzten zwei hängigen Einsprachen gegen die neue Überbauung der CLS Behring im Industriegebiet Moos abgewiesen hat, konnte am Dienstag der Spatenstich erfolgen. Hier entsteht bis 2019 das neue Werk «CSL Behring Recombinant Facility AG» zur Herstellung von rekombinanten Gerinnungsfaktoren.

Die CSL Behring, die zum australischen Biotech-Konzern CSL gehört, löst damit über einen Zeitraum von fünf Jahren Investitionen von 400 Mio. Fr. aus, bis zu mindestens 300 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Dies ist nur die erste Phase, auf die womöglich noch weitere folgen: CSL Behring hat insgesamt 120 000 Quadratmeter Land gekauft. Nur ein Teil davon soll in den nächsten Jahren überbaut werden.

Direktor Uwe E. Jocham betonte in seiner Ansprache die Bedeutung dieses Werks. Das Wichtigste für CSL Behring sei der Mensch, der Patient, der dank den hier hergestellten Medikamenten für die Blutgerinnung ein Leben ohne Einschränkungen führen könne. Lengnau hatte bei der Standortwahl einen sehr harten Wettbewerb gewonnen: Zuletzt standen Singapur und Lengnau als letzte Kandidaten zur Auswahl.

Als Kriterien für die Standortwahl nannte Jocham in erster Linie die politische Stabilität der Schweiz und die vorteilhaften Arbeitsgesetze mit einem guten Verhältnis der Sozialpartner. Ein weiterer Vorteil sei die hohe Zahl an qualifizierten Fachkräften, die man hier finde. CSL Behring betreibt seit mehr als 60 Jahren in Bern ein Werk zur Herstellung von Immunglobulinen zur Behandlung von seltenen und schweren Krankheiten. Der Standort beim Wankdorfquartier ist innerhalb der letzten 10 Jahre von 775 Mitarbeitern auf fast das Doppelte gewachsen.

300 neue Arbeitsplätze

Der Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher überbrachte die Glückwünsche der Berner Regierung. Für ihn sei der Spatenstich ein persönlicher Meilenstein, für den Kanton Bern als Wirtschaftsstandort eine grossartige Sache. Die Schaffung von 300 neuen Arbeitsplätzen sei gerade in den jetzt schwierigen Zeiten von grosser Bedeutung und habe auch eine Signalwirkung für andere Unternehmen.

Gemeindepräsident Max Wolf sagte, dies sei ein historischer Tag für Lengnau. Das neue Werk habe eine grosse Bedeutung für die Region und für die Schweiz. Weshalb man sich für Lengnau entschieden habe und nicht für Singapur wisse er nicht so genau. Vielleicht, weil sie nicht so aggressiv aufgetreten seien. Wolf sagte weiter, er sei sich nicht sicher, ob die Lengnauerinnen und Lengnauer auch wirklich begriffen hätten, was für ein grosses Projekt hier entstehe und was das für eine grosse Bedeutung habe.

Nachdem auch Franz Renfer, Präsident der Burgergemeinde Lengnau, die CSL Behring das Land im Baurecht abgegeben hat, das Projekt gewürdigt und die Ehrengäste verdankt hatte, schritt man zur Tat.