Erst letzten November wurde eine Piste in der nordthailändischen Stadt Aranyaprathet vollendet, einer Stadt mit rund 30 000 Einwohnern. «Es ist verrückt, was da abgeht», erzählt Caluori. Die Bahn sei nachts beleuchtet und seit ihrer Vollendung 24 Stunden in Betrieb. «Die gehen mit den unmöglichsten Fahrrädern auf die Bahn und haben einen Heidenspass dabei», dies in einem Gebiet, das touristisch überhaupt nicht erschlossen sei. Mit seiner Firma Velosolutions schuf Caluori, der selber Schweizer Meister im Downhill war, so den ersten Bikepark in Asien und hatte ein Riesenecho.

In Grenchen ist man noch ein paar Wochen vom Spass entfernt. Zwar ist die Bahn bereits fertig modelliert, aber noch nicht befahrbar, denn die letzten Meter müssen erst noch asphaltiert werden, insbesondere die eine grosse Steilwandkurve der BMX-Piste. «Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie wir den Asphalt dort hinaufbringen wollen und verhindern, dass er nicht abrutscht.» Etwa 700 Tonnen Asphalt werden insgesamt von Hand auf die Piste gebracht und die etwa 10 Zentimeter dicke Schicht mit Rüttelmaschinen verfestigt. Caluori, der nicht etwa nur Anweisungen gibt, sondern selber eine der beiden Maschinen bedient, die den Asphalt mit ohrenbetäubendem Lärm verdichten, wischt sich den Schweiss von der Stirn.

Zwei Pisten statt nur einer

BMX-Piste? Pumptrack? «Im Grunde sind es zwei Pisten, die wir hier bauen», erklärt Caluori. Die BMX-Piste im nördlichen Teil des etwa 8000 Quadratmeter grossen Geländes hinter der Tennishalle ist eher ein schneller Rundkurs mit einigen Wellen und der besagten Steilwandkurve. Der Pumptrack im südlichen Teil ist ein auf den ersten Blick wirr angeordnetes Durcheinander von Wegen mit vielen Wellen und Hügeln, die alle miteinander zusammenhängen und auf denen verschiedene Routen definiert werden können. Eine regelrechte Spielwiese für die Biker. «Es ist aber auch möglich, von der einen Piste direkt in die andere zu fahren oder zu springen und sie so zu verbinden», erklärt der Bahnbauer. Damit liessen sich sehr lange Rundkurse definieren, die sehr anspruchsvoll seien und von der Fahrern einiges an Kondition abverlangen.

Rund 5000 Kubikmeter Material – Schotter und Kiessand – wurden verbaut, um der Bahn ihre Form zu geben. Im Gelände zwischen den Bahnen wurden Sickerleitungen eingebaut, um das Regenwasser, das von den Bahnen nach innen geleitet wird, abzutransportieren. Die Wellen der Bahn sind so geformt, dass die schnellen Biker einen grossen Teil davon überspringen können. Bei der Umsetzung der einzelnen Abschnitte nahm Caluori nur dort modernste Hilfsmittel wie Laser zur Messung der Wellen und Kurven zu Hilfe, wo er nicht ganz sicher war, ob der von ihm entworfene und gezeichnete Kurs auch realisierbar ist.

4000 Quadratmeter Asphalt

Von den 8000 Quadratmetern wird rund die Hälfte asphaltiert. «Das Asphaltieren hat den grossen Vorteil gegenüber einem sogenannten dirt-track, also einem nicht asphaltierten Gelände, dass die Piste praktisch keinen Unterhalt benötigt, bei jedem Wetter befahren werden kann und auch für Inliner und Skater geeignet ist. Man kann sie mit jeder Art von Fahrrad befahren, mit normalen Mountainbikes oder sogar mit Rennvelos darauf trainieren, die Möglichkeiten sind sehr gross.» Ausserdem habe Asphalt einen wesentlich geringeren Rollwiderstand als eine Naturbahn, auch ungeübte Fahrer oder Kinder können so die nötige Grundgeschwindigkeit erreichen, die es für das Befahren eines Pumptracks brauche. Und die Rutschgefahr wegen Staub oder losen Steinen sei eliminiert, erklärt der Profi.

Ein wichtiges Element fehlt noch: die Startrampe. Die rund acht Meter hohe Konstruktion soll in diesen Tagen per Helikopter angeliefert werden. Im Juni soll die Bahn eröffnet werden. Bis dann werden auch die Umgebungsarbeiten abgeschlossen sein, denn die Flächen zwischen den Bahnen werden wieder bepflanzt.