Die Sozialdemokraten der Stadt Grenchen setzen doch noch einen obendrauf: Nachdem sie schon am 1. April eine Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Auswahlverfahren bei der Wahl des neuen Gesamtschulleiters bei der Staatsanwaltschaft eingereicht haben, machen sie in einer Medienmitteilung erneut ihrem Unmut Luft.

Unter dem Titel «Vetternwirtschaft par excellence» akzeptieren sie zwar die Wahl des FDP-Gemeinderats und Fraktionschefs Hubert Bläsi. Nicht akzeptabel seien jedoch die Machenschaften bürgerlicher Kreise im Vorfeld dieser Wahl.

Gewisse Mitglieder des Wahlausschusses hätten daraufhin gearbeitet, Hubert Bläsi zum Gesamtschulleiter «durchzuboxen». «Das Anforderungsprofil im Stelleninserat wurde extra dem Ausbildungsniveau des Wunschkandidaten angepasst. Wie sonst hätte sich jemand ohne Schulleiterausbildung überhaupt bewerben können?»

Das sei Vetternwirtschaft und Günstlingspolitik wie aus dem Lehrbuch. «Nett und vernetzt reicht für den Job als Gesamtschulleiter eben nicht». Ein Primarlehrer ohne Schulleiterausbildung führe ausgebildete Schulleiter – «für uns undenkbar!»

Auch aus der eigenen Haltung macht die Partei keinen Hehl: Für sie sei das bisherige Geschäftsleitungsmodell der Grenchner Schulen ideal gewesen und habe gut funktioniert. Aus ihrer Sicht sei kein Systemwechsel nötig gewesen.

Die SP-Fraktion hofft, dass es Hubert Bläsi gelinge, das Vertrauen und die Akzeptanz der Schulen Grenchen zu gewinnen und mit der Geschäftsleitung der Schulen konstruktiv zusammenzu- arbeiten. (om)