Grenchen-Bettlach
Sorgenfalten bei Finanzen: Reformierte Kirchgemeinde stimmt den roten Zahlen zu

André Weyermann
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Die Heizungen im Zwinglihaus und in den beiden Pfarrhäusern sollen ersetzt werden.

Die Heizungen im Zwinglihaus und in den beiden Pfarrhäusern sollen ersetzt werden.

Solothurner Zeitung

Die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach hat an ihrer Gemeindeversammlung entschieden, das erfolgreiche Projekt «Wort zur Zeit» auch nächstes Jahr weiterzuführen, das Budget mit einem Verlust von etwas über 80'000 Franken genehmigt, sich für eine umweltfreundliche Ersetzung der Heizungen im Zwinglihaus und in den beiden Pfarrhäusern an der Zwinglistrasse ausgesprochen und den Finanzplan 2021–2024 zur Kenntnis genommen.

Das Projekt «Wort zur Zeit», entstanden aus der Not während des Lockdowns, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Wortbeiträge und Klänge von Mitarbeitenden der Kirchgemeinde kamen gut an. Die Videos auf Youtube, Facebook und natürlich der Website erreichten auch Personen, die nicht zu den regelmässigen Kirchgängern gehören. Die Versammlung bejahte einstimmig die Schaffung einer 25-Prozent-Stelle (25'000 Franken) für das kommende Jahr. Zuständig für die Produktion der Beiträge ist wie bis anhin Jugendarbeiter Patrick Stahel.

Die Heizungsanlagen der kircheneigenen Liegenschaften sind in die Jahre gekommen und überdies noch mit fossilen Brennstoffen (Öl) ausgestattet. Wie Edwin Tobler ausführte, hat sich die Baukommission von der darauf spezialisierten Firma Enerconom beraten lassen und folgende dezentrale Variante vorgeschlagen: Zwinglihaus Holzschnitzel und Pfarrhäuser (Zwinglistrasse 7 und 14) Wärmepumpe Luft/Wasser.

Zwar seien die Kosten dafür höher als zum Beispiel bei einer Gasheizung. Man habe aber den ökologischen Gedanken besonders gewichtet, dazu sprächen auch die Energie- und Umweltkosten für diese Lösung. Die Versammlung folgte bei einigen Enthaltungen diesem Antrag (Bruttoinvestitionen 2021: 479'000 Franken).

Corona-Effekt und Mitgliederschwund

Verwalter Sven Schär bezeichnete das Budget als nicht gut: «Wir werden bei den Steuern den Corona-Effekt spüren. Dazu machen uns die immer noch sinkenden Mitgliederzahlen zu schaffen und natürlich die stark reduzierten Einnahmen aus dem Finanzausgleich.» Es müsse trotzdem gelingen, in Zukunft zumindest ausgeglichene Zahlen in der Rechnung zu erzielen, um die anstehenden Investitionen bestreiten zu können. Tatsächlich wird im Finanzplan bis 2024 ein kumulierter Fehlbetrag von 2,4 Millionen ausgewiesen, was ziemlich genau dem aktuellen Eigenkapital entspricht.

Allerdings ist der Finanzplan dynamisch und es gibt auch positive Zeichen. So konnte Kirchgemeindepräsidentin Nelly Furer vermelden, dass die Beiträge der Bezirkssynode an gewisse Investitionen in Zukunft deutlich höher ausfallen werden (plus 25%). Diese sind im Finanzplan noch nicht berücksichtigt.

In Zukunft wird man nicht darum herumkommen, Prioritäten zu setzen und auch gewisse Abstriche zu machen. In einem ersten Schritt werden bei den Pfarrpersonen 40 Stellenprozente gekürzt. Nelly Furer und Sven Schär betonten, dass dies natürlich in Absprache mit den Betroffenen geschehen sei und diese die Massnahme mittragen würden.

Im Übrigen wurde bekannt, dass Pfarrerin Susanna Meyer (Kreis Bettlach) auf Ende Jahr ihre Stelle gekündet hat. Die Kirchgemeindepräsidentin versprach angesichts der erneuten Vakanz in Bettlach ein behutsames und koordiniertes Vorgehen bei der Neuausschreibung.

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