«Wir werden in den nächsten Jahren gefordert werden, denn die Rekrutierungen werden immer schwieriger», sagte Feuerwehrkommandant Bruno Bider. Nur gerade zwei neue Feuerwehrleute stossen vom Ausbildungszug hinzu, die anderen neun Personen haben die Feuerwehr bereits im Laufe des Jahres schon wieder verlassen. Zudem ziehen sich auch sieben Altgediente zurück. Gemäss Richtlinien der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) sollte der Normbestand 80 aktive Feuerwehrleute beinhalten, wobei eine Abweichung um plus/minus 10% erlaubt ist. Doch der Bestand wird Anfang kommenden Jahres nur gerade 68 Personen betragen. «Da noch die Aushebung ansteht, werden wir sicher wieder im Bereich der Norm sein», erklärte Bider. Es müsse dennoch klar festgehalten werden, dass in den nächsten Jahren der Bestand erhöht werden muss.

«Niemand nimmt uns ernst»

Als weiteres Sorgenkind nannte der Kommandant die Platzprobleme. Bereits seit einigen Jahren weise die Feuerwehr darauf hin, dass sie einen Anbau für die Fahrzeuge und Geräte brauche. «Leider nimmt uns hier niemand ernst», sagte der Feuerwehrkommandant. So müsse etwa der Transporter der Sherpa über Wochen im Freien stehen und würde dadurch immer mehr Schaden erleiden. Auch das Hauptgebäude habe schon bessere Tage erlebt und weise einige stark renovationsbedürftige Punkte auf wie beispielsweise die Fenster. «Es würde mich daher freuen, wenn die anwesenden Politiker sich unserer Anliegen annehmen könnten», richtete Bider seine Worte direkt an die Vertreter der Stadt. Schliesslich, doppelte er nach, würden irgendwann ja auch wieder Wahlen anstehen. Zum Schluss wurden dann aber wieder versöhnlichere Töne eingeschlagen. «Jetzt haben wir wieder einen Stadtpräsidenten, der hinter der Feuerwehr steht», so dankte Bider dem neuen Stapi, François Scheidegger, für sein stetes Interesse und die wohlwollende Einstellung der Feuerwehr gegenüber.

Stadtpräsident hörte die Sorgen

Auch der Stadtpräsident selber liess es sich nicht nehmen und lobte die Feuerwehrleute für ihr selbstloses Engagement: «Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass wir im Zeitalter von Individualismus und Egoismus eine Milizorganisation aufrechterhalten können», erklärte Scheidegger. Ausserdem, so der Stapi, habe er am heutigen Abend gut aufgepasst und die Sorgen und Nöte der Feuerwehr gehört. Trotzdem, ob es für einen finanziellen Zustupf reichen wird, sei indes noch ungewiss. Denn das Budget der Stadt sehe für das kommende Jahr bekanntlich nicht gerade rosig aus.

Folgende Mitglieder wurden aus der Feuerwehr Grenchen verabschiedet: Sdt Meier Stefanie (3 Dienstjahre), Sdt Cais Marco (3), Sdt Allemann Kerstin (7), Sdt Gfeller Lukas (8), Gfr Schneeberger Marcel (20), Oblt Lipp René (34), Oblt Stalder Hans (38).