Prozess
Solothurner Obergericht schickt Neonazi für 39 Monate hinter Gitter

Der Rechtsextreme Sebastian N. muss für 39 Monate hinter Gitter. Das Obergericht in Solothurn verurteilte ihn als zweite Instanz wegen insgesamt 44 Straftaten.

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Zumeist unter Alkoholeinfluss beging Sebastian N., ein 24-jähriger, bekennender Neonazi, insgesamt 44 Delikte, darunter Rassendiskriminierung, Drohung, Gewalt gegen Beamte, Tätlichkeit, Raufhandel, Verstoss gegen das Waffengesetz. Für das Strafmass wogen die wiederholten Körperverletzungen schwer, die er in Grenchen und andernorts begangen hatte.

Vom Amtsgericht Solothurn-Lebern wurde er deshalb im Mai 2010 zu 40 Monaten und 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Er appellierte gegen rund die Hälfte der Schuldsprüche, doch das Obergericht bestätigte nun weitgehend das erstinstanzliche Urteil. Es sprach eine nur minimal verringerte Freiheitsstrafe von immer noch 39 Monaten aus.

Obwohl Sebastian N. bereits 16 Monate seiner Strafe verbüsst hat, muss er zurück ins Gefängnis, sobald das Urteil rechtskräftig wird. Unter der Auflage, dass er weiterhin das Medikament Antabus nimmt, das den Alkoholkonsum verhindert, sieht das Obergericht von einer präventiven Sicherheitshaft ab. (hps)