Gemeinderat

Soll die Stadt Grenchen ein Velokonzept erhalten?

Die SP, möchte, dass die Stadt ein Velokonzept erstellt.

Die SP, möchte, dass die Stadt ein Velokonzept erstellt.

Die Baudirektion von Grenchen unterstützt einen Vorstoss zur Förderung des Zweiradverkehrs – mit Vorbehalten.

Im Dezember reichte die SP-Fraktion eine Motion ein mit dem Titel «Endlich ein Velokonzept für die Velostadt Grenchen». An der Gemeinderatssitzung vom Dienstag ist die Motion traktandiert: Die Baudirektion möchte sie erheblich erklären lassen.

Im Vorstoss fordert Erstunterzeichnerin Angela Kummer, dass Grenchen ein Velokonzept erarbeiten soll, das in die Ortsplanungsrevision einfliessen soll. «Velofahren soll dadurch in der Stadt sicherer werden sowie einen höheren Stellenwert erhalten», schreibt Angela Kummer.

Trotz Fortschritten «viel Raum nach oben»

In der Begründung bezieht sich Kummer auf eine 2018 präsentierte Umfrage, in der Velofahrende online zur Qualität der Velorouten Stellung nehmen konnten. Zwar habe Grenchen in der Kategorie «Kleinstadt» den 12. Rang erreicht und damit gegenüber 2013 eine leichte Verbesserung erzielt. Es bestehe jedoch «noch viel Raum nach oben», wie Kummer meint. Mit dem Velodrome, dem Pumptrack, den Bike-Trails auf den Grenchenbergen, mehreren Velofirmen und -Geschäften Aktionen wie Bike to Work sei das Fahrrad zwar in Grenchen schon recht gut verankert. Dennoch fehle ein eigentliches Velokonzept.

Dies wird von der Baudirektion anerkannt. Zwar sei 2007/­2008 ein Velokonzept ausgearbeitet worden, dieses sei aber nur punktuell umgesetzt worden, heisst es in der Stellungnahme der Verwaltung zum SP-Vorstoss. «Ein konzeptionelles Gesamtbild mit entsprechender Strategie war letztendlich kaum mehr erkennbar», räumt die Stadt ein. Einem «umfassenden und behördenverbindlichen» Konzept habe der Rat damals jedenfalls nicht zugestimmt. «Mit diesem Entscheid wurden konzeptionelle Schritte zu Gunsten des Veloverkehrs für die folgenden Jahre nicht weiterverfolgt», so die Bilanz der Baudirektion.
Seither habe sich hinsichtlich Verkehrsaufkommen und Mobilitätsverhalten einiges verändert. So wurden im Rahmen der Ortsplanungsrevision sowohl im räumlichen Leitbild wie auch in der Analysephase Ziele postuliert, wonach die Voraussetzungen für den Langsamverkehr verbessert werden sollten.

Ortsplanungsrevision als Plattform

Die Baudirektion verweist denn auch auf die Ortsplanungsrevision als Plattform für die Weiterentwicklung dieser Anliegen. So befinde sich ein Verkehrskonzept in Bearbeitung, in dem auch das Verkehrsnetz aus Sicht des Velofahrers überprüft werde. Darin sei festzulegen, auf welchen Achsen und in welcher Form der Veloverkehr zukünftig geführt werden soll.

Allerdings macht die Baudirektion zum Schluss ihrer Ausführungen auch gleich einen Disclaimer: «Inwiefern die planerischen Grundlagen aus der Ortsplanungsrevision anschliessend in einem eigentlichen Velokonzept vertieft werden sollen oder pragmatisch im Einzelfall umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten.» Motionärin Angela Kummer hat diese Zwischentöne vernommen. Es sei ihr bewusst, dass «so etwas wie die Idee eines Velokonzepts» ­irgendwo in der Schublade liege. Umso mehr sei sie froh, dass die Stadt ihr Anliegen weiterverfolgen will. «Es geht mir darum, dass die Stadt die Ortplanungsrevision bewusst nutzt, um die Förderung des Zweiradverkehrs voranzubringen.» Dass nicht alles aufs Mal realisiert werden könne, sei ihr klar – zumal in Grenchen mit bisweilen schwieriger Verkehrsführung.

Auch die Motionärin hielt im Rahmen ihrer Ausführungen fest, dass Grenchen aufgrund der Topografie nicht der ideale Ort zum Velofahren sei. ­Allerdings würde die zunehmende Verbreitung von Elektrovelos diese Problematik relativieren.

Hinweis
Öffentliche Sitzung des Gemeinderates am Dienstag, 3. März, 17 Uhr, Gemeinderatssaal Parktheater.

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