Bettlach
Solarmotion erheblich: Bald Solarzellen auf diesem Dach?

Die Bettlacher Gemeindeversammlung sagt Ja zur einer Motion der SP. Diese besagt, dass auf geeigneten Dächern von Gemeinde-Liegenschaften in den nächsten zehn Jahren solarthermische und/oder photovoltaische Anlagen installiert werden sollen.

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Gemeindehaus Bettlach

Gemeindehaus Bettlach

Kaspar Haupt

Die von der SP-Fraktion eingereichte Solarmotion hatte schon im Gemeinderat für Diskussionen gesorgt. Dieser hatte mit einer knappen Mehrheit (Stichentscheid des Gemeindepräsidenten) beschlossen, der Gemeindeversammlung vorzuschlagen, sie als nicht erheblich zu erklären. Erstunterzeichner Mathias Stricker begründete den 125 Stimmberechtigten nochmals den Inhalt: Auf geeigneten Dächern von eigenen Liegenschaften der Gemeinde, zum Beispiel Werkhof, den Schulhäusern und anderen Gebäuden, sollen in den nächsten zehn Jahren solarthermische und/oder photovoltaische Anlagen installiert werden. Private Initiativen in diesem Bereich sollen gefördert werden.

Zwei Millionen auf zehn Jahre

Stricker meinte, Bettlach müsse angesichts der Ereignisse - Tschernobyl und Fukushima und dem eidgenössischen Beschluss zu einem mittelfristigen Ausstieg aus der Atomenergie - ein Zeichen bei der Diskussion um zukünftige Energieträger setzen. Zehn Jahre seien ein realistischer Zeithorizont, wenn man wirklich eine Veränderung herbeiführen wolle. Unter «geeignet» müsse man einerseits die technische Eignung, aber auch die Finanzierbarkeit verstehen. Private Initiativen könnten durch Beiträge der Gemeinde, wie zum Beispiel den Erlass der Kosten für Baubewilligungen oder ähnlich gefördert werden. Finanzieren könne man diese Fördergelder zum Beispiel aus den jährlichen Rückvergütungen der AEK.

Verschiedene Votanten riefen dazu auf, über die Parteigrenzen hinaus zu denken, ein Zeichen zu setzen, etwas für zukünftige Generationen zu tun. Bettlach müsse seine Vorbildfunktion wahrnehmen, wie es im Leitbild festgeschrieben stehe. Gemeindepräsident Hans Kübli verdeutlichte der Versammlung die Argumente, die im Gemeinderat zur Ablehnung mit knapper Mehrheit geführt hatten. Hauptargument: Eine Motion sei verpflichtend und man binde in einer aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation damit Mittel, die anderswo dann fehlten.

Das Leitbild werde bei jeder Investition geprüft und, wenn sinnvoll, berücksichtigt. Andere Alternativenergien würden in der Motion nicht berücksichtigt und die Amortisationszeiten von Solaranlagen seien zu lang. Gemeinderat Enrico Sansoni betonte, der Grundgedanke sei zwar gut, aber Sparmassnahmen im Energiebereich durch Isolation, Fassadendämmung und geeignete Fenster seien nicht berücksichtigt. Er schlug vor, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Ins selbe Horn stiess Gemeinderat Thomas Steiner: Man müsse einen Wechsel vom Atomstrom zum grünen Strom vornehmen. Die Motion sei aber verpflichtend und binde in den nächsten zehn Jahren bis zu 2 Mio. Franken, um auf zirka 3000 Quadratmetern Fläche Solaranlagen zu installieren, und das sei doch bedeutend.

Souverän erklärt Motion für erheblich

Motionär Mathias Stricker lehnte die Umwandlung in die wenig verpflichtende Form einer Petition aber ab und die Gemeindeversammlung erklärte die Motion mit 57 Ja zu 49 Nein bei 11 Enthaltungen für erheblich. Somit hat der Gemeinderat den Auftrag erhalten, die notwendigen Massnahmen einzuleiten. (om)