Infoanlass

Solarenergie wird auch Schwerpunktthema an Grenchner Schulen

Nr. 2: Metofer-Gebäude.

Nr. 2: Metofer-Gebäude.

Ein Infoanlass im Gemeindehaus zur Nutzung von Sonnenenergie stiess auf grosses Interesse.

«Die ersten Weichenstellungen sind mit der Abstimmung zum Energiegesetz gemacht, wir sind jetzt gefordert, die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen. Als inzwischen dreimal rezertifizierte Energiestadt sind wir bereit dazu.» Mit diesen Worten begrüsste Stadtpräsident François Scheidegger wohl an die 100 Interessenten, welche sich zum Anlass «Sonnenenergie vom eigenen Dach – so gehts!» im Gemeinderatsaal eingefunden hatten.

Fachleute der Energie-, Solar- und Isolationsbranche informierten über den aktuellen Stand der Technik, über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Subventionspraxis der Behörden. Als Standort mit hoher Sonneneinstrahlung, überdies am Hang gelegen, sei Grenchen prädestiniert zur Nutzung der Solarenergie, erklärte der Stadtpräsident. Verschiedene Firmen wie Breitling, Bolliger, Metofer, der Flughafen oder die SWG hätten bereits etliche leistungsstarke Photovoltaikanlagen (PV) installiert und viele Privathaushalte würden folgen.

Grösstes Solardach: Breitling-Lager.

Grösstes Solardach: Breitling-Lager.

Schule will Zeichen setzen

Die Solarenergie soll jetzt auch ein Schwerpunktthema an Grenchens Schulen werden. Sekundarlehrer Marcel Barbey stellte das Projekt «Grenchen Goes Solar» vor, das am 19. September startet und die Installation einer PV-Anlage auf dem Dach der Dreifachturnhalle im Stadtzentrum begleitet. Die Anlage soll im Sommer 2018 ans Netz gehen und 20–30 000 kWh Strom pro Jahr produzieren, was dem Bedarf von sechs bis sieben Einfamilienhäusern entspreche.

Mit verschiedenen Unterrichtsblöcken, einem «Blackout-Day» im November (Barbey: «So wäre ein Halbtag Schule gänzlich ohne Strom») und Baustellenbesuchen auf dem Dach der Turnhalle sollen die Schüler für das Thema sensibilisiert werden. Man werde ferner anregen, dass Schüler der Abschlussklassen (9. Schuljahr) ihre Projektarbeiten dem Thema Solarenergie widmen. Das Projekt wird von der SWG und dem Solarbildungsprojekt JZZ (Jede Zelle zählt) unterstützt. 

Inzwischen sind aber die Erwachsenen aufgefordert, energetisch vorbildlich zu handeln. Die gesungenen Einleitungen von Andreas Fröhlich (Energie Zukunft Schweiz) sind manchen schon ein Begriff, aber immer wieder von hohem Unterhaltungswert: «Wiu si Dämmige hei ...»

Batterie für die Nacht

Handfestere Infos gab es von Industrievertretern und Energieberatern. So gelte es gut zu überlegen, welche Räume man in welcher Reihenfolge isoliere, wie stark, und welche Materialen für Fassaden geeignet sind (Brandgefahr). Ronny Leuenberger von der SWG orientierte über den Solarstrom für Eigenverbrauch, der diverse Vorteile aufweise und eine immer beliebtere Alternative zur KEV darstelle.

Dort seien inzwischen nämlich 35'000 Anlagen in der Warteliste für Subventionen. «Eine Einmalzahlung von 30 Prozent ist heute vorzuziehen», meinte Leuenberger. Eigenverbrauch, geschickt gepaart mit Batterien für die Nacht, könne einerseits eine beachtliche Autarkie von bis zu 70 Prozent bewirken (vgl. Grafik) und gleichzeitig die Netzkapazitäten der Energieversorger schonen.

Optimaler Energieverbrauch

Optimaler Energieverbrauch

Um möglichst viel herauszuholen (auch an Subventionen und Steuererleichterungen) und viel Energiekosten einzusparen sei fachmännische Beratung unumgänglich, hiess es wiederholt. Dies wurde spätestens sichtbar, als die verschiedenen Kombinationen von Heizsystemen vorgestellt wurden: Luft-Wärmepumpen, Erdsonden, Solarthermie je mit oder ohne Sole-Speicher und PV-Anlage, Pelletheizungen etc. – der Kombinationsmöglichkeiten gibt es viele, alle mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Stromfirmen wie die BKW bieten inzwischen auch komplette Steuerungssysteme fürs Energiemanagement an, die auch auf dem Tablet-Computer laufen.

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