Mit der gegenwärtigen Installation der Solarpanels trägt sie endlich konkrete, optisch sichtbare Früchte. Die Solarstromanlage auf den Hangardächern kostet über eine Million Franken und kann rund 1 Prozent der Grenchner Haushalte - 70 an der Zahl - mit Strom versorgen. Gebaut werden die zwei Solarstromanlagen mit insgesamt 300 Kilowatt Leistung von der Adev Solarstrom AG. Sie sollen mindestens 25 Jahre lang jährlich 280 000 Kilowattstunden Strom liefern.

International und lokal

Auf dem Flugplatz arbeitet die Adev mit dem französischen Fotovoltaikhersteller Tenesol zusammen. Tenesol ist eine Tochtergesellschaft von Total, und Total liefert den Treibstoff für den Flugbetrieb - so kam Tenesol ins Spiel. Das Resultat der Ausschreibung sprach laut der Adev für den international tätigen Gesamtsystemanbieter. Die Montagearbeiten übernehmen lokale Unternehmen.

Der Bau der aufgeständerten Solarstromanlage auf dem Flachdach von Hangar Ost ist bereits weit fortgeschritten; bei der Dachintegration auf Shed-Hangar 10 wurden die Elektroarbeiten aufgenommen. Die Fertigstellung bei Winterwetter ist eine Herausforderung, dafür wird in der kalten Jahreszeit der Flugbetrieb weniger beeinträchtigt. Vielfältige Auflagen der Baubehörde und vom Bundesamt für Zivilluftfahrt waren zu berücksichtigen. Es werden Module mit Anti-Reflexbeschichtung eingesetzt, und die Radaranlage darf unter keinen Umständen durch metallische Objekte beeinträchtigt werden.

Strom aus jedem Wetter

«Die ersten 160 Kilowatt werden Ende Dezember in das Grenchner Stromnetz einspeisen» ist Adev-Projektleiter Heinrich Studer zuversichtlich. Die restlichen 140 folgen zwei Monate später. Betreiber von Solaranlagen profitieren vom sonnigen und trockenen Jahr. Als Betreiber von Kleinwasserkraftwerken fühle die Adev zwar auch die negative Seite der Trockenheit. Was aber wenig Besorgnis erregt, denn die Genossenschaft mit Bürgerbeteiligung mache Strom aus jedem Wetter: Wind-, Wasser- und Solarenergie.