Der Wohnbauboom in Grenchen ist inzwischen so augenfällig, dass er sogar zum Fasnachtssujet erhoben wurde. In der kalten Jahreszeit wird auf den Baustellen nicht oder nur reduziert gearbeitet. Ein Blick in die einschlägigen Internetportale für Wohnungen zeigt, dass diese Pause nur temporär ist.

Bis zum 12. Februar aufgelegt war eine Überbauung einer Parzelle an der Wissbächlistrasse mit drei Mehrfamilienhäusern. Laut Kerstin Burkhard von der Investorin rzd construction ag in Lyss sind auf dem Landstück, das man als Baulücke bezeichnen könnte, insgesamt 30 Wohnungen geplant, je 10 pro Haus mit jeweils vier Wohngeschossen. Baubeginn soll spätestens Mitte Jahr sein, Bezug ein Jahr später. Laut Burkhard entstehen in zwei Häusern Mietwohnungen, im dritten Gebäude entsteht Wohneigentum.

Die Investitionssumme wird nicht bekannt gegeben. Einsprachen sind gemäss Informationen der Bauverwaltung keine eingegangen. Der Gemeinderat dürfte deshalb am kommenden Dienstag einer Teilaufhebung des Gestaltungsplans Wissbächli zustimmen, eine Formalität, die gemäss Vorlage lediglich die Planungsabsicht der Ortsplanung 2003 «rechtlich korrekt» durchführe.

Am nördlichen Ende der Parzelle steht heute zudem ein älteres Einfamilienhaus leer. Es wird laut Burkhard weiterveräussert. Das Haus sei «so gut wie verkauft», so die rzd-Verkaufsverantwortliche.

Im Spitalquartier tut sich was

Eine weitere Verdichtung gegen innen findet nur ein paar hundert Meter weiter statt. Nordöstlich des «Sunnepark» entsteht ebenfalls im Frühjahr die «Überbauung Langhag» der HR Marti Generalunternehmung AG in Bettlach. Dieses Projekt ist laut Claudine Burkhard, Sprecherin der Investorin, bereits baugenehmigt. «Der Spatenstich wird erfolgen, sobald es das Wetter zulässt», meint Burkhard. Hier sollen 15 Wohnungen in ebenfalls drei Mehrfamilienhäusern entstehen. Sämtliche Wohnungen sollen als Wohneigentum verkauft werden. Bezugstermin sei der 1. April 2016. Während die Überbauung Wissbächli südlich der bestehenden Mehrfamilienhäuser erschlossen wird, erfolgt der Zugang zu letzterer durch eine neue Strasse. «Freytagstrasse» wird die neue Adresse lauten.

Im Spitalquartier kommt ebenfalls nächsten Dienstag die nächste Etappe des «Sunnepark» aufs Tapet, nicht im Gemeinderat, sondern an einer Orientierungsversammlung für die Anwohner zum Start der öffentlichen Mitwirkung des «Teilzonen- und Gestaltungsplans Sunnepark». Der Immobilienentwickler HRS wird dort im Auftrag von Investor Willi Gyger Alterswohnungen realisieren. Die Rede war bisher von 120 Wohnungen für 40 Millionen Franken.

Neuer Gestaltungsplan im Zentrum

Eine andere «grosse Kiste» kommt zudem am Dienstag in den Gemeinderat. Dort geht es um den Gestaltungsplan Oelirain/Wiesenstrasse. Die zwei Grundstücke liegen im Zentrum nördlich bzw. südlich des Bahnviadukts. Der südliche Teil gehört der Solothurner Immobilienfirma Espace Real Estate, der nördliche, wo heute auch der Quartierspielplatz Oelirain steht, der Erbengemeinschaft Tettamanti.

Diese möchte ihr Areal gemäss Angaben der Gemeinderatsvorlage verkaufen. Falls das Gebiet überbaut wird, sieht der Gestaltungsplan einen Ersatz des heutigen Quartierspielplatzes durch einen öffentlich zugänglichen Spielplatz vor.