Kultur-Historischen Museum
«So wohnten unsere Grosseltern»

Jugendliche untersuchen wie ihre Grosseltern wohnten. Die Ausstellung im Kulturhistorischen Museum ist eine spannende Begegnung mit der Vergangenheit .

Rainer W. Walter
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Bis auf den letzten Platz besetzt

Bis auf den letzten Platz besetzt

Solothurner Zeitung

Erneut lässt das Team des Kultur-Historischen Museums Grenchner Geschichte aktiv erleben: Jugendliche untersuchten, wie die Grosseltern wohnten und gestalteten mit den gewonnenen Erkenntnissen eine Sonderausstellung.

Genau so müssen Ausstellungen sein – lebendig, mit einem starken und überzeugenden Bezug zum aktuellen Leben und versehen mit der Möglichkeit, eigene Erlebnisse und Ideen einzubringen. «Weisch no ...?» Dies alles ist dem Museumsteam zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Sekundarschulklasse von Lehrer Ueli Zumstein in hohem Masse gelungen. Selbst die Vernissagefeier samt Verpflegungstischen lag weitgehend in den Händen der Schülerinnen und Schüler. Ihre Anstrengungen wurden mit einem grossen Besucherandrang belohnt.

Wohntage als kulturelles Ereignis

Eröffnet wurde der Anlass mit den sympathischen Eigenkompositionen von Rolf Feremutsch, der in seinen Liedern die Stimmung von einst sehr gut wiedergeben konnte. Ernst Hauri, Direktor ad interim des Bundesamtes für Wohnungswesen, dankte den Grenchner Schülerinnen und Schülern für die erneute positive Zusammenarbeit, die von der Lehrerschaft ausgezeichnet begleitet wurde. Er möchte auch in kommenden Jahren auf die Unterstützung der Schule zählen. Das Kultur-Historische Museum der Stadt beteilige sich zum wiederholten Male aktiv an den «Grenchner Wohntagen» und leiste eine äusserst wertvolle Arbeit, für die er herzlich dankte.

Durch den Anlass führte ein Schüler der Sekundarschulklasse 3A, und das auf bemerkenswert erfrischende Art. Die Leiterin des Kultur-Historischen Museums, Angela Kummer, beschrieb Idee und Aufbau der Ausstellung. Motiviert zu ihrer Arbeit waren die Schüler dank ihrer Mitarbeit am Lehrmittel «WohnRaum». Mit der Befragung älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger unternahmen sie eine spannende Zeitreise und erfuhren auf dieser ungemein vieles aus dem Leben ihrer Grosseltern und deren Zeit. Der Zweite Weltkrieg wurde zum Thema, Krisen, Sorgen, aber auch viele Freuden im Alltag. Dank des Kultur-Historischen Museums wurde der «Grenchner Generationenvertrag» neu definiert.

Ein Gang zum Estrich

Die Ausstellung mit Gegenständen, welche die Befragten zur Verfügung gestellt hatten, wurde in einen fiktiven Estrich voller Schachteln, gefüllt mit wertvollen Erinnerungsstücken, durchgeführt. Die Idee zur Gestaltung hatte Barbara Maggio aus Laufen. Es lohnt sich, in den kommenden Wochen in aller Ruhe sich mit den Biografien der Befragten auseinanderzusetzen. Und das riet Angela Kummer den Befragten: Sie sollten nun keine Angst haben, sie seien tatsächlich älter, nur weil man die eigenen Erinnerungsstücke im Museum finde. Und wenn der junge Moderator sehr ernst meinte, der Apéro sei mit Köstlichkeiten aus den 50er-Jahren garniert, so konnte man sich vergewissern, dass alles, was aufgetischt wurde, tatsächlich aus der allerjüngsten Gegenwart stammte. So fanden sich Vergangenheit und Gegenwart; problemlos.

Info: Die Sonderausstellung im Kultur-Historischen Museum dauert noch bis zum 24. Februar 2011. Öffentliche Führungen und Diskussion mit Schülerinnen und Schülern finden an den Sonntagen, 21. November 2010, und 16. Januar 2011, jeweils 15 Uhr, statt. Ein Generationen-Talk findet anlässlich der Finissage am Donnerstag, 24. Februar 2011, 18 Uhr statt.

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