Es ist in den Sommerferien ein Treffpunkt, aber nicht nur: Das Bocciodromo ist auch sonst bei Frau und Mann beliebt. Entweder, um gemütlich zusammenzusitzen und dabei zu jassen und zu plaudern oder um Boccia zu spielen. Noch ist das Restaurant wegen des Brandes zu, die Renovationen laufen, damit im Herbst die Wiedereröffnung gefeiert werden kann. Deshalb sind es eigentlich nur Vereinsmitglieder, die herkommen können. Im Sommer lässt es sich aber gut draussen sein, sodass der Passant ein gutes Dutzend Anwesende vorfindet.

Im Bocciodromo trifft sich eher die ältere Generation.

Im Bocciodromo trifft sich eher die ältere Generation.

An einem Tisch sitzen mehrere Männer, Italiener und Schweizer, und spielen Cinquecento, das italienische Pendant zum Jassen. Es geht sehr still zu und her, schweigend und konzentriert werden die Karten gelegt. Schliesslich mit den Karten in der Hand meint Franco Pierantozzi: «Ich spiele praktisch jeden Tag Boccia. Es ist ein Sport wie jeder andere.» In Grenchen wohnt er seit 1958.

Von der Bocciabahn kommen ein paar Männer zurück, die ein Spiel ausgetragen haben. «Ich bin eigentlich jeden Tag hier», erklärt Erwin Affolter, Vizepräsident des Bocciaclubs. Der Präsidentenposten ist vakant, sodass er momentan das Sagen hat. Viele spielen schon seit Jahrzehnten Boccia. «Ich erst seit zwanzig Jahren», meldet sich Hugo Blaser. Sein ehemaliges Hobby: Schiessen. «Als ich nicht mehr so gut gesehen habe, habe ich einen neuen Sport für mich gesucht. Boccia kann man bis ins hohe Alter spielen.»

Vorausdenken und Konzentration

Gerade sind auch ein paar Gäste vom Bocciaclub Kilchberg anwesend. Jede Woche kommen sie einmal her, um mit den Grenchnern Plauschwettkämpfe auszutragen. «Ich komme nicht mehr weg vom Boccia», lacht Ernst Widmer. «Das ist halt die Gefahr. Es ist ein ruhiger, spannender Sport, man muss auch vorausdenken können.»

In den Räumlichkeiten des Restaurants befindet sich Peter Lanthemann von der Firma Schwarz AG. Gleich heisst es Feierabend. Sein T-Shirt ist mit Schweiss durchtränkt. «Die Arbeiten haben drei Tage gedauert, nun bin ich eigentlich fertig. Ich habe die Dekorbalken montiert und in der Küche die Rohre verkleidet», beschreibt der Zimmermann. Noch eine Woche heisst es an die Büez, dann kann auch er in die Ferien.

Aus dem Welschland

Direkt neben dem Bocciodromo trifft man auf vier Jugendliche, die seit über zwei Stunden in der brennenden Sonne skaten, nur einer ist inzwischen in den raren Schatten geflüchtet, den man nur unter einer Bahn und bei den Bäumen findet.

«Wir sind aus Delémont und Moutier, dort gibt es auch eine Skateranlage, doch die ist kleiner als die in Grenchen», erklärt Noé, der mit dem Trottinett Kunststücke zu machen weiss. «Dieser Sport gefällt mir, weil man ziemlich frei von Regeln ist.» «Gerade das Risiko ist interessant», findet Malik, der dann auch gleich auf sein Skateboard steigt und einige Moves vorzeigt.