Architektekturwettbewerb

So soll der neue «Campus Technik» Grenchen einmal aussehen

Ein Basler Architekturbüro hat den Studienwettbewerb für die Planung des Campus Technik Grenchen gewonnen. Fünf Planungsteams waren eingeladen worden.

Für die Gestaltung des neuen Campus Grenchen beim Südbahnhof wurde ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt, dessen Resultate nun vorgestellt wurden. Das Neubauprojekt auf der Brache des ehemaligen Gaswerks der SWG soll bis 2023 die Höhere Fachschule für Technik Mittelland (hftm) und die Ausbildungsräume für Lehrlinge von Swissmechanic Solothurn (zurzeit noch in Gerlafingen) unter einem Dach zusammenführen.

Mit diesem «Campus Technik» soll eine Ausbildungsstätte soll eine «Bildungs- Wertschöpfungskette» mit grosser Strahl- und Anziehungskraft entstehen, wie Michael Benker, Rektor der HFTM anlässlich der Eröffnung des Wettbewerbsausgangs sagte. Diese wurde ohne Publikum durchgeführt, aber im Internet übertragen.

Basler Büro schwingt obenauf

Das Beurteilungsgremium wählte einstimmig die Projektstudie des Basler Architekturbüros Stähelin Partner AG zum Gewinner des Studienauftrages. Die Firma soll auch mit der Weiterentwicklung und Umsetzung des Projekts «Calibro» beauftragt werden, wie es in den Erwägungen heisst. Zum Wettbewerb wurden fünf Teams eingeladen, vier davon aus der Region Solothurn-Grenchen-Biel und ein Basler Büro, welches am Ende den Zuschlag erhielt. Der Architekturwettbewerb wurde bereits am 11. September entschieden, die Resultate aber unter Verschluss gehalten.

«Das Projekt hat uns gestalterisch und funktional überzeugt», sagte Manuel Thomke von der Firma Thomke Invest AG anlässlich der Vorstellung der Wettbewerbsresultate. Thomke Invest wird den Bau des Campus finanzieren und den beiden Schulen die Räume zu Sonderkonditionen zur Verfügung stellen. Man wolle mit diesem Schritt einen Beitrag leisten zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in den technischen Berufen, sagte Thomke.

Langer Bau entlang der Bahnlinie

Jean-Philippe Stähelin vom obsiegenden Architektenteam stellte «Calibro» im Detail vor und sprach von einer «spannenden Aufgabe». Das Schulgebäude mit Tiefgarage für 40 Fahrzeuge und erhöhtem Erdgeschoss, das die Werkstätte von Swissmechanic aufnehmen soll, ist als das als langer, schmaler Bau entlang der Riederenstrasse geplant.

Es soll in einer späteren Phase südseitig auch noch von Wohnbauten umringt werden. Insgesamt sind fünf Gebäude vorgesehen, wovon eines vis à vis des Campus als Studentenwohnheim ausgelegt werden kann.

Jury singt Lob in höchsten Tönen

Auch dieser Bau sei aber Gegenstand einer späteren Etappe, meinte Stähelin auf Anfrage. Auf Anregung der Jury müssten auch noch einige Details am Campusgebäude angepasst werden. Insgesamt fand die Jury aber fast schon überschwängliche Worte für das Siegerprojekt: «Der Projektvorschlag überzeugt sowohl in seiner Gesamtheit als auch in seinen Einzelteilen in hohem Masse», heisst es. Er biete «qualitätsvolle architektonisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen.» Die gewählte Materialisierung sei dem Ort angemessen mit einem «für Grenchen adäquaten Ausdruck.»

Stadtpräsident François Scheidegger sprach an der Vorstellung des Siegerprojektes im Berufsbildungszentrum BBZ von einem «Leuchtturmprojekt», das den Ausbildungsstandort Grenchen enorm aufwerte. Mit der Firma Thomke Invest AG habe man einen hervorragenden Investor gewinnen können. Die Stadt Grenchen stehe hinter dem Projekt und habe eine Anschubfinanzierung von 500'000 Fr. für den Schulbetrieb gesprochen.

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