Grenchen
So sieht es auf der «Tropical»-Baustelle aus – ab 1. Februar soll vermietet werden

Augenschein auf der Grossbaustelle im ehemaligen «Tropical»- Gebäude im Grenchner Stadtzentrum. Die Bauarbeiten an der Aussenseite sind fast abgeschlossen. Schon ab Februar sollen die ersten Wohnungen vermietet werden.

Andreas Toggweiler
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So sieht es heute noch an der Solothurnstrasse 30 aus Grenchen aus. Mit Architekt Patrick Kurth auf der Dachterrasse
21 Bilder
Die Dachterrasse soll eine Oase für alle Mieter werden...
... mit Küche, Dusche und Gemeinschaftsräumen
Und so sieht das Architekturrendering des Eingangs Bachstrasse aus
dito von oben
Blick in ein künftiges Badezimmer
Handwerker an der Arbeit, im Hintergrund das Centro-Hochhaus
Die Wohnungen nehmen Gestalt an
Badewanne mit Aussicht auf die Stadt
Der Blick Richtung Süden
Offener Korridor an der Nordseite
Viel Stauraum wird eingeplant
Im 1. und 2. Stock sind die Räume 3.40 Meter hoch
Die Küche ist bereit für den Einbau
Dachterrasse Süd mit Ateliers
Der Blick Richtung Bachstrasse
Einzelne Räume mussten statisch verstärkt werden
Eingang Nord zu den Gewerberäumen
Auch dies wird benötigt: Haustechnik.
Solothurnstrasse 30 Grenchen: Vom Schandfleck zum Bijou
Ansicht von Norden

So sieht es heute noch an der Solothurnstrasse 30 aus Grenchen aus. Mit Architekt Patrick Kurth auf der Dachterrasse

Andreas Toggweiler, zvg

In den letzten Tagen ist es ruhiger geworden an der Bachstrasse. Monatelang dominierte eine manchmal ziemlich laute Geräuschkulisse aus Bohrhammer und Trennscheibe die Szene. Denn das Wohn- und Geschäftshaus Solothurnstrasse 30 aus den frühen 1970er-Jahren wurde komplett ausgehöhlt und in den Rohbauzustand zurückversetzt.

«Die Bauarbeiten auf der Aussenseite sind weitgehend abgeschlossen, jetzt sind wir schon seit geraumer Zeit am Innenausbau», erklärt Patrick Kurth, Architekt des Grossprojekts. Das siebenstöckige Gebäude mit wechselvoller Geschichte war von einem Investor aus der Region Zürich gekauft worden, mit dem Ziel, die heruntergekommene Immobilie auf Vordermann zu bringen. Es soll weiterhin als Wohn- und Geschäftshaus dienen.

Wohnungen ab 1. Februar zu haben

«In Rund einem Monat kommt das Gerüst weg. Ab 1. Februar sollen die ersten Wohnungen vermietet werden», erklärt Kurth bei einem Augenschein auf der Baustelle. Selten wurde in Grenchen in den letzten Jahren ein Altbau so tiefgreifend renoviert wie hier. Es werden mehrere Millionen Franken investiert.

Das Gebäude, das gleichzeitig mit dem Centro-Hochhaus errichtet wurde, gehört zu den prägenden Bauten des Stadtzentrums. Bei unserem ersten Besuch im Januar ging es ums Abreissen. Jetzt hat das Gebäude bereits wieder Fenster, neue Lifte, und verschiedene Wohnungen sind beim Ausbau schon fortgeschritten. Die Arbeiten seien bisher mehr oder weniger planmässig verlaufen, erklärt Kurth.

Der Rückbau sei allerdings äusserst aufwendig gewesen. Mehrere Lagen Innenausbauten wurden im Lauf der Jahrzehnte von früheren Besitzern und Mietern aufeinander getackert, da-zu kamen auch Altlasten. Hunderte Tonnen Material wurden abtransportiert, bis das Gebäude wieder im Rohbau war.

Auswirkungen von Corona eher gering

«Jetzt wird der Innenausbau von oben nach unten fertiggestellt», erklärt Kurth weiter. Rund 40 Firmen sind am Projekt beteiligt. Um die Coronabedingungen erfüllen zu können, hatte Bauleiter Matthias Horsch allerlei Vorkehrungen zu treffen. Dies zusätzlich zur Koordination aller Aktivitäten, die sonst so auf einer Grossbaustelle ablaufen. Es dürfen nicht zu viele Personen aufs Mal auf der Baustelle sein, es brauchte zusätzlichen Platz für Mannschaftsräume und Parkplätze. Insgesamt habe Corona die Baustelle bisher aber nicht allzu stark beeinträchtigt, bilanziert Kurth.

Ein Bijou wird die grosse Dachterrasse mit Nasszelle und Gemeinschaftsräumen, welche von den Mietern genutzt werden können. Insgesamt entstehen 42 Wohnungen, acht bis zehn Gewerberäume und fünf Ateliers, die teilweise Zugang auf die zweite Dachterrasse auf dem südlichen Anbau haben. Alle Wohnungen bekommen neue, zeitgemässe Grundrisse und an der Südfassade werden Balkone montiert. Parkplätze gibts in der Tiefgarage und im Innenhof. Die Freitreppen an der Seite Bachstrasse wurden abgebrochen, damit die Gewerberäume mehr Licht haben. Der Aufgang an der Westseite Richtung Bachstrasse soll ebenfalls neu gestaltet werden.

Eine Besonderheit des Gebäudes ist die Raumhöhe von 3,40 Metern im ersten und zweitem Stock. Damit erhalten die Wohnungen einen grosszügigen, urbanen Touch. Kurth glaubt, dass sich diese Wohnungen im Stadtzentrum gut vermieten lassen, denn die Nachfrage sei intakt.

Gewerberäume im Zonenplan vorgeschrieben

Ob das auch für die Gewerbeflächen gilt? Obwohl man aus diesen baulich problemlos Loftwohnungen hätte machen können, ist dies nicht zulässig. Der Zonenplan verlangt im Parterre gewerbliche Nutzung.
Insgesamt dürfte der Investor in dieses Gebäude womöglich ähnlich viel investieren, wie in einen Neubau. Dennoch hat die Totalsanierung für ihn Vorteile: «Er lässt sich in vernünf- tiger Zeit realisieren. Für einen Neubau dieser Grösse und an dieser Lage müsste man heute mit einem Zeitraum über alles von zehn Jahren rechnen», meint der Architekt.

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