Grenchen
So sähe Dienst am Nächsten aus - neue Anlaufstelle wird eröffnet

Eine neue Anlauf- und Beratungsstelle für alle, die Hilfe brauchen, öffnet im November in Grenchen. «Das Angebot steht allen Menschen, unabhängig von ihrem ethnischen, kulturellen und religiösen Hintergrund, offen» betont Pfarrer Fredo Reinhard.

Andreas Toggweiler
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Pastor Fredo Reinhard in der neuen Anlauf- und Beratungsstelle der Grenchner Kirchen.

Pastor Fredo Reinhard in der neuen Anlauf- und Beratungsstelle der Grenchner Kirchen.

Andreas Toggweiler

In Grenchen wurde von Kirchen der Verein «Dienst am Nächsten» (DaN) gegründet, mit dem Ziel, das kirchliche Wirken in der Region gesellschaftlich relevanter zu machen und den sozialen Auftrag umzusetzen. Ein konkreter Schritt ist die Eröffnung einer niederschwelligen Anlaufstelle.

Die neue «Anlauf- und Beratungsstelle», die ab 3. November jeweils am Montag zu Bürozeiten geöffnet ist, setzt sich zum Ziel, «Menschen mit alltäglichen, persönlichen und beruflichen Fragen unbürokratisch zu unterstützen, um ihnen neue Perspektiven zu geben», wie Fredo Reinhard, Sozialpädagoge und Pastor der Freikirche «Bewegung Plus», erklärt. Reinhard, der Pfarrer im Teilzeitpensum ist, hat in den letzten Monaten eine Ausbildung für Sozialmanagement absolviert. Er wird das Büro zusammen mit Elena Massaro betreiben. Die beiden Berater arbeiten in einer ersten Phase ehrenamtlich bzw. werden durch das Budget von Reinhards kirchlichem Arbeitgeber finanziert. Dazu kommen weitere ehrenamtliche Mitarbeiter je nach Bedarf. Konsultationen erfolgen jeweils nach telefonischer Terminvereinbarung.

Von Kirchen getragen

Im Trägerverein sind zurzeit Pfarrer Marcel Horni von der reformierten Kirche Grenchen-Bettlach, Pfarrer Hans Eschler von der evangelisch-methodistischen Kirche Büren Grenchen sowie Pfarrer Fredo Reinhard von der Kirche «Bewegung Plus». «Wir hoffen, dass mittelfristig auch noch Vertreter weiterer Kirchen dazu stossen», meint Reinhard. Auch weitere Institutionen und Privatpersonen seien im Verein willkommen.

«Das Angebot der Anlauf- und Beratungsstelle steht allen Menschen, unabhängig von ihrem ethnischen, kulturellen und religiösen Hintergrund, offen», betont Reinhard. Die Beratung sei kostenlos.

Dass viele Menschen mit Migrationshintergrund das Angebot benutzen dürften, scheint klar. Man richte sich aber auch an Einheimische, welche nicht wissen, wo sie welche Hilfe bekommen können. Das Spektrum sei vielseitig und könne von Problemen mit der Kinderbetreuung bei Alleinerziehenden über Fragen im Umgang mit der Behörde, bis zur Hilfe bei der Steuererklärung gehen. «Nach einer gewissen Zeit wird sich für uns zeigen, wo der Handlungsbedarf am grössten ist. Dies werden wir auch als Anhaltspunkt nehmen für mögliche weitere Angebote des Trägervereins DaN», erklärt Reinhard.

Profis entlasten

Im Sinne einer Soforthilfe für alle soll ein «bewusst niederschwelliges, präventives Angebot» geschaffen und unbürokratische Unterstützung geboten werden. Die Leute sollen erfahren, an welche spezifischen Stellen sie sich mit welchen Problemen wenden können. «Wir wollen aber Menschen auch unterstützen, aktiv an einer Verbesserung der eigenen Lebenssituation zu arbeiten.»

Schon heute ist das soziale Netz dicht geknüpft. Das Angebot ist gross und wird auch ausgenützt, was die steigenden Sozialkosten zeigen. Braucht es da noch weitere Angebote? «Wir sind in diesem Sinne kein weiteres Angebot, sondern eher eine Triage- und Koordinationsstelle. Wir möchten die vielen guten, bereits existierenden Angebote vernetzen und damit auch zu einer Effizienzsteigerung beitragen», erklärt Reinhard. Zudem würden durch das ehrenamtlich betriebene Angebot die professionellen Strukturen entlastet.

Kick-off-Meeting

Um den Verein bzw. die Beratungsstelle vorzustellen, wird am 31. Oktober um 15 Uhr in den Räumen der Anlauf- und Beratungsstelle an der Mühlestrasse 9 (ehemaliges Wohlfahrtsgebäude der ETA) ein Kick-off-Meeting stattfinden. «Jeder und jede Interessierte ist willkommen», erklärt Reinhard.

Anlauf- und Beratungsstelle Grenchen, Mühlestrasse 9, Terminvereinbarung (ab 3. November) 079 520 74 09; www.anlaufstelle-grenchen.ch