Das Naturereignis lockte die Massen aufs Glatteis. Hunderte wagten sich am Wochenende aufs Glatteis. Sogar in der Sonntagspresse erhielt Meinisberg und die «längste Eisbahn der Schweiz» einen prominenten Auftritt. Kein Wunder: Die Alte Aare war auf einer Länge von rund sieben Kilometern aufgrund der langen Kälteperiode gefroren und das Eis fast überall zwischen 14 und 18 Zentimetern dick.

Und so kamen denn die Schaulustigen und Eisverrückten in Scharen, um das Naturereignis live zu erleben, trotz der bissigen Bise bei gefühlten minus 20 Grad. Der Zivilschutz hatte vor Ort eine vorbildliche Parkregelung aufgezogen, um den Massen Herr zu werden. Der Eishockeyklub Meinisberg und die Musikgesellschaft betrieben auf dem Eis eine Festwirtschaft mit Glühwein, Punsch, Kaffee und Bratwürsten. Alleine am Wochenende wurden über 1500 Würste vom Grill verkauft, wie einer der Verantwortlichen erzählte.

Keinen Schnee auf dem Eis

Leute auf Schlittschuhen, in normalen Schuhen, mit Schlitten, Kinderwagen, Spaziergänger, Eisschnellläufer und Wanderer, Familien mit Hunden, die ebenso auf dem Eis herumrutschten, wie ihre Herrchen und Frauchen, kleine und grosse Eishockey-Cracks – alle vergnügten sich auf dem gefrorenen Gewässer. Manche von Ihnen absolvierten mehrere Kilometer auf dem Eis, andere installierten improvisierte Tore auf dem Eis und spielten einen Match gegeneinander. Am Samstag versammelten sich einige Herren sogar zu einem gepflegten Curling-Turnier mit echten Curlingsteinen.

Auf der Aare

Bratwurst auf der Aare

Das Spezielle an der «Gfrörni», auch im Gegensatz zum letzten Mal vor drei Jahren: Es hatte keinen Schnee auf dem Eis und dieses war aussergewöhnlich glatt. In früheren Jahren hatte die Bise für eine Wellenstruktur im Eis gesorgt, was dieses fast unbefahrbar machte. Dieses Jahr war das «schwarze» Eis so klar und glatt, dass man mancherorts sogar die Fische und Pflanzen unter dem Eis beobachten konnte. Einige kleine Fische waren sogar im Eis eingefroren, man erinnerte sich unweigerlich an Bilder, wie sie in der Werbung eines Tiefkühlprodukte-Anbieters zu sehen waren. Das beeindruckte vor allem einige Teenies, die von «Fischbeobachtung zu Fischbeobachtung» rutschten.

Die Kälte wird noch etwas anhalten, und auch wenn die Temperaturen gegen den Gefrierpunkt steigen, dürfte das Eis noch einige Tage lang zum «Schlööfle» und langen Spaziergängen einladen.