Das vergangene Jahr war ein spezielles Jahr für die Chürbisnacht. Zum 20-Jahr-Jubiläum hatten sich die Organisatoren mächtig ins Zeug gelegt und insbesondere die Schulklassen mobilisiert. Rund 50 Nummern machten in der Folge beim grossen Umzug mit.

Ganz so gross wird der Umzug dieses Jahr nicht, sagt Barbara Zoss, welche die Koordination für die Schulen Grenchen an die Hand genommen hat. Und doch haben sich 31 Klassen für den Umzug angemeldet, mehr als erwartet. Und – was sie als aussergewöhnlich bezeichnet – ganze neun Klassen wollen sich ausschliesslich der Dekoration auf dem Märetplatz widmen. Das sind wesentlich mehr als in vergangenen Jahren, letztes Jahr waren es nur deren zwei. Ein Quartierverein macht ebenfalls am Umzug mit, der traditionell von der Stadtmusik angeführt wird.

Die Anzahl Kürbisse, welche die zuständigen Lehrpersonen am Montag bei Gemüsebauer Willi Gloor in Staad abholten, variierte von Klasse zu Klasse. Es gab Klassen, die ein paar grössere, die Halloween-Kürbisse der Sorte «Racer» bestellt hatten, andere bezogen eine grössere Anzahl an kleineren Kürbissen, den «Baby Bear». Das sind übrigens nur zwei der etwa 800 existierenden Kürbissorten. Ein paar noch grössere Kürbisse werden von den Organisatoren selber gebraucht: Einen wird man noch aushöhlen, um darin die Lose aufzubewahren, die gezogen werden, die anderen werden zur Laterne umfunktioniert.

Schülerinnen und Schüler der 5./6. Klasse des Schulhauses Eichholz beim Kürbisschnitzen für die Grenchner Chürbisnacht 2017. Aus den Kürbissen soll eine Grinsekatze entstehen.

Schülerinnen und Schüler der 5./6. Klasse des Schulhauses Eichholz beim Kürbisschnitzen für die Grenchner Chürbisnacht 2017. Aus den Kürbissen soll eine Grinsekatze entstehen.

Ein gutes Jahr für Kürbisse

«Dieses Jahr war ein gutes Kürbisjahr», so Gloor. Während man in anderen Jahren infolge von Trockenheit befürchten musste, die ganze Ernte zu verlieren und sich anderswo mit Kürbissen für die Gränchner Chürbisnacht eindecken musste, habe es dieses Jahr genug geregnet. Nach dem Aufziehen im Treibhaus seien die Kürbisse um den 20. Mai herum nach draussen gekommen, «und da hatten wir mehrheitlich schönes Wetter.» Auch sei man vom Hagel verschont geblieben, was sehr wichtig sei, weil der enorme Schäden anrichte. «Wir hatten bloss starken Wind, der die Blätter etwas traktiert hat.»

Einige hundert Kürbisse werden in diesen Tagen nun in den Schulen und Kindergärten zu grimmigen und lustigen Gesichtern und Figuren umdekoriert, die dann am Freitag am Umzug oder auf dem Märetplatz gezeigt werden. Im Eichholz-Schulhaus hatten die Fünft- und Sechstklässler das Thema «Grinsekatze» gewählt. Aus den kleinen Baby Bear-Kürbissen wurden die Köpfe geschnitzt, die grossen Kürbisse bilden die Körper der eher dicken Katzen. Schon fast im Akkord wurde gestern und heute Morgen geschnitzt und verziert. Die zähen und dickwandigen Racer-Kürbisse boten recht viel Widerstand – ein paar der Schnitzmesser gingen zu Bruch. Bei den Köpfen ging es um die kleinen Details, wie zum Beispiel die Augen und Schnurrhaare oder auch die spitzen Zähne. Die kunstvoll geschnitzten Kürbisse sahen schon bei der Entstehung vielversprechend aus.

Begehrte Standplätze

Wie Kurt Seematter, Verantwortlicher für den Märet am Freitag berichtete, waren die rund 70 Standplätze auf dem Marktplatz auch dieses Jahr begehrt. Unter den interessierten Anbietern ist der eine oder andere das erste Mal mit dabei. «Manchmal ist es schon erstaunlich, mit was für einer Erwartungshaltung manche auftreten: Es konnte natürlich nur der beste Platz sein, der infrage kam oder andere glaubten tatsächlich, dass ausser ihnen niemand anderes das Recht haben soll, eine bestimmte Ware anzubieten», so Seematter. Doch er habe den jeweiligen Interessenten kurzum erklären können, wie das hier ablaufe und dass man sich hinten anstellen müsse.

Für übermorgen stehen die Zeichen also grossmehrheitlich auf Erfolg. Nur der Wetterbericht sieht momentan noch weniger gut aus. Es soll laut Meteo Schweiz gegen Abend ein wenig Regen geben – doch Seematter zeigt sich zuversichtlich: «Solange es nicht so ‹chuttet› wie vor Jahren, als wir mit unserem Raclette-Ofen in die SWG flüchten mussten, weil der Wind die Zelte und Stände zu zerreissen drohte.» Wer weiss, vielleicht regnet es ja auch nicht ...