Grenchen
Sind die 25. Wohntage auch die letzten? — Anlass soll auch nach Wegzug der BWO bleiben

Die 25. Grenchner Wohntage werden stattfinden und dies auch in Grenchen. «Wohnen und Arbeiten» steht als Thema im Fokus der Veranstaltungsserie ab 5. November. Wie es jedoch mit der Veranstaltungsreihe weitergehen wird, ist zurzeit noch offen.

Andreas Toggweiler
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Hier sieht man eine Fotoausstellung an den Wohntagen im Jahr 2018. (Archivbild)

Hier sieht man eine Fotoausstellung an den Wohntagen im Jahr 2018. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Seit klar ist, dass das Bundesamt für Wohnungswesen BWO nächstes Jahr in die Hauptstadt umzieht, wurde auch über die Zukunft der Grenchner Wohntage spekuliert. Früh gaben die Organisatoren bekannt, dass die Jubiläumsausgabe, die 25. Grenchner Wohntage, 2020 noch stattfinden sollen, und dies auch in Grenchen. Ob und wie es danach mit der Veranstaltungsreihe für Fachleute und interessierte Laien zum Thema Wohnen weitergehen wird, ist zurzeit immer noch offen.

Klar ist allerdings, dass es 2021 keine Fachtagung geben wird. An der Hauptveranstaltung der Wohntage treffen sich jeweils über 200 Fachleute aus der ganzen Schweiz im Parktheater. Die zweisprachige, ganztägige Veranstaltung mit Referaten und Diskussionen widmet sich einem Schwerpunktthema rund ums Wohnen. «Wir werden in einem Jahr mitten im Umzug stecken, was die Organisation einer solchen Tagung nicht möglich macht», sagt Lukas Walter, Organisator der Wohntage beim BWO.

Durchführung 2021 nach wie vor pendent

Ob es 2021 überhaupt Veranstaltungen gibt, z. B. Film, Ausstellungen oder ähnliches, ist gemäss Walter nach wie vor offen. Bekannt ist, dass die Stadt Grenchen die Wohntage auch nach dem Wegzug des BWO nach Bern hier behalten möchte. Stadtpräsident François Scheidegger deutete unlängst an, dass die Stadt künftig mehr Support leisten könnte bei der Organisation der Tagung im Parktheater.

Er ruft jeweils auch in Erinnerung, dass der damals zuständige Bundesrat Schneider-Ammann ihm gegenüber versprochen habe, Grenchen könne die Wohntage auch nach dem Wegzug des BWO nach Bern weiter durchführen. Da auch der bisherige Organisator ein Grenchner ist, scheint eine künftige Weiterführung nicht a priori ausgeschlossen. Affaire à suivre.

Die Wohntage 2020 bestehen aus drei Veranstaltungen. Am 5. November findet im Kultur-Historischen Museum die Vernissage (18.30 Uhr) zur Ausstellung «Von Gemüsebeeten und Einbauküchen: Arbeiterwohnen im 20. Jahrhundert» statt. Laut Lukas Walter geht es darum, den Wohnalltag der Arbeiterfamilien zu beleuchten, nachdem das Museum bereits in einer Ausstellung die Wohnverhältnisse der Grenchner Uhrepatrons gezeigt hat. Über den Arbeitsalltag der Arbeiter ist einiges bekannt, über die Wohnverhältnisse allerdings weniger.

Die Illustrationen des Programmheftes stammen von Aaron Aebi, Absolvent der Hochschule für Künste, Bern.
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Die Illustrationen des Programmheftes stammen von Aaron Aebi, Absolvent der Hochschule für Künste, Bern.
Die Illustrationen des Programmheftes stammen von Aaron Aebi, Absolvent der Hochschule für Künste, Bern.

Die Illustrationen des Programmheftes stammen von Aaron Aebi, Absolvent der Hochschule für Künste, Bern.

zVg

«Die Recherche zu den Arbeiterhaushalten war einiges aufwendiger. Es war recht schwierig, die entsprechenden Informationen und Objekte zusammenzutragen. Insbesondere das Bildmaterial ist rar», meint Walter. Umso gespannter darf man auf die Ausstellung sein, welche danach bis im Herbst 2022 zu sehen sein wird.

Oscarpreisträger für den besten Film

In den letzten Jahren hat sich ein Kinoabend im Wohntage-Programm etabliert. Im Kino Rex ist am 9. November um 18.30 Uhr der Film «Parasite» des koreanischen Regisseurs Bong Joon Ho zu sehen (Gratiseintritt). Das Werk, zu dem der Solothurner Filmkritiker Helmut Zipperlen eine Einführung geben wird, ist eine Mischung aus Drama, Farce und Parabel und erhielt 2019 als erste fremdsprachige Produktion den Oscar für den besten Film.

Die kostenpflichtige Fachtagung «Wohnen und Arbeiten – Hand in Hand» vom 12. November im Parktheater hat mit Corona eine unerwartete Aktualität erhalten. «Jetzt, wo Homeoffice in aller Munde ist, werden wir an dieser Tagung sicher einige relevante Diskussionsbeiträge liefern können», freut sich Lukas Walter. «Muss die Architektur angesichts des Lockdowns neu überdacht werden», lautet beispielsweise eine Frage, der sich die Fachleute stellen. Mit Wirtschaftsminister Guy Parmelin ist zudem auch ein prominenter Redner zum Thema «Wohnen und Arbeiten unter einem Dach?» angesagt.

Walter geht zwar davon aus, dass wegen Corona weniger Personen als sonst an der Fachtagung teilnehmen werden. Dank der Sektorenbildung mit festen Sitzplätzen dürfte auf eine Maskenpflicht für das mehrstündige Programm verzichtet werden können.

Hinweis:

Anmeldung für die Fachtagung bis 2. November unter www.grenchnerwohntage.ch.