Weltmeisterschaft

Sie wollen mit praxisorientierter Cleverness an der Robotik-WM punkten

Das Team Solidus und ein Teil seiner «Werkzeuge» von links: Marco von Ballmoos, Michael Hürst, Sven Stoller, Cédric Miller, Nicolas Siffert, Joshua Heller und Fachbereichsleiter Thomas Zürcher.

Das Team Solidus und ein Teil seiner «Werkzeuge» von links: Marco von Ballmoos, Michael Hürst, Sven Stoller, Cédric Miller, Nicolas Siffert, Joshua Heller und Fachbereichsleiter Thomas Zürcher.

Das Team «Solidus» von der Höheren Fachschule für Technik Mittelland greift an der Robotik-WM nach den Sternen.

Langsam, aber sicher gilt es ernst für das Team «Solidus» der Höheren Fachschule für Technik Mittelland (HFTM) mit den Standorten Biel und Grenchen. Am Wochenende fliegt es nämlich nach Nagoya (Japan) an die Robotik-Weltmeisterschaft. Die sechs Studenten werden versuchen, mindestens so gut abzuschliessen wie ihre Vorgänger, die in den letzten beiden Jahren jeweils den Vizeweltmeistertitel erringen konnten.

Am RoboCup, der letztjährigen Weltmeisterschaft in Leipzig, waren 3500 Teilnehmende aus 45 Ländern und Regionen zugegen. Es ist davon auszugehen, dass in Japan, dem Land der Roboter, die Resonanz ähnlich sein wird. Das Team «Solidus» startet in der sogenannten Logistics League. Thomas Zürcher, Fachbereichsleiter Systemtechnik und Betreuer der Studierenden, erklärt, worum es geht: «In der Logistics League des RoboCup müssen drei Roboter gemeinsam flexibel individualisierte Produkte fertigen. Die Roboter planen, realisieren und optimieren den Materialfluss und liefern Produkte gemäss dynamischer Aufträge in der modernen Fertigungslandschaft. Dabei sind vorab weder die verfügbaren Fertigungsanlagen noch das Produkt oder die Lieferzeit bekannt und die Fertigung muss online von den Robotern geplant werden.»

Für die industrienahe und praxisorientierte HFTM ist dies das ideale Betätigungsfeld, denn was hier im spielerischen Wettkampf erprobt wird, stellt laut Fachleuten die Fabrik der Zukunft dar. An den Titelkämpfen dauert ein Spiel 20 Minuten, in welchem es gilt, eifrig Punkte zu sammeln. Jedes Team tritt zuerst in einer Art «Round Robin» gegen jede andere Mannschaft an, danach geht es im Cupsystem bis in den Final weiter.

Rivalen mit Doktortiteln

Die Equipe der HFTM ist übrigens die einzige, die nicht einen universitären Hintergrund aufweist. Der Dauerrivale von der Uni Aachen zum Beispiel setzt auf Mitspieler, die grösstenteils bereits einen Doktortitel im Sack haben und das Team tritt auch seit Jahren in praktisch unveränderter Besetzung an, während «Solidus» auf Studierende aus dem jeweils 2. Studienjahr setzt. Für sie ist es eine echte Herausforderung. Während der gut fünfmonatigen spezifischen Vorbereitungszeit hatten sie nämlich auch noch den Regelstoff zu bewältigen. Das Projekt gilt immerhin als Diplomarbeit. Die Vorbereitung diente vor allem dazu, sich intensiv mit den entsprechenden Themen zu befassen. Viel Zeit wurde darauf verwendet, den letztjährigen Computer zu analysieren, anzupassen und natürlich zu verbessern.

Wie kann man denn nun gegen die hochkarätige Konkurrenz bestehen? «Wir sind Pragmatiker und gewohnt, auch unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen. Dazu kommen wir auch mit einfachen Mitteln zum Ziel», erklärt Thomas Zürcher. Oder wie es HFTM-Direktor Michael Benker einmal ausdrückte: «Wir konnten jeweils mit praxisorientierter Cleverness punkten.»

Sponsoren wurden gefunden

Finanziell wird die Schule durch das Projekt übrigens nicht belastet. Es ist gelungen, Sponsorbeiträge von regionalen Firmen zu generieren und auch der Förderverein der HFTM leistet seinen Beitrag. «Diese Anerkennung ehrt uns natürlich, gleichzeitig ist sie für uns auch Verpflichtung, Leistung zu erbringen», äussert sich Thomas Zürcher dazu. Die guten Ergebnisse aus den vergangenen Jahren erzeugen einen gewissen Druck, den es in positive Energie umzuwandeln gelte: «Wir sind überzeugt, dass wir gewinnen können», stellt er unmissverständlich fest. Während der Meisterschaft sieht er seine Aufgabe klar umrissen: «Die Studierenden werden ziemlich unter Adrenalin stehen. An mir wird es liegen, sie da herauszuholen, abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen.» Das Team wird sich übrigens mit Kurzbeiträgen von der WM melden.

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