Begeistert mitmachen tun alle an der traditionellen Sichlete in Oberwil. Dieses Jahr sorgten die Mitglieder der Regio-Feuerwehr und die Schwinger vom Unteren Seeland für Glanzpunkte.
Wenn die Mitglieder des Männer- und Gemischtchors Oberwil zur Sichlete einladen, kommen die Festbesucher in Scharen. Diesmal widmete sie sich dem Thema Feuerwehr in früherer Zeit. «Schau, so pumpten sie das Wasser von Hand», erklärt ein älterer Herr seinen Mitbesuchern die alte Handdruckspritze mit Jahrgang 1745.

Von Hand pumpen ist nicht einfach

Von Hand pumpen ist für die Kinder an der Wasserkiste gar nicht so einfach. «Wir sind schon müde», erklären sie nach einer Weile, dabei habe der Wasserstrahl gerade fürs Wässern des Rasens gereicht. Am richtigen Ort hinstehen war für alle Besuchenden auf dem Feuerwehrparcours nötig, um nicht ins Schussfeld eines Wasserstrahls zu kommen. Immerhin sorgte ein kleiner Wasserspritzer am heissen Sichlete-Sonntag auch für eine willkommene Abkühlung.

Richtiges Löschen zeigten die Mitglieder der Regiofeuerwehr am Sonntagnachmittag mit einer eindrücklichen Einsatzübung. Diesen Einsatz wünscht man sich, wenn der Notfall wirklich eintrifft.

Wie es der Sichlete-Brauch ist, liessen es die Organisatoren unter Sichletechef Urs Weibel an nichts fehlen. Bereits am Samstagabend verweilten die Besucher gerne bei Musik und Tanz und dem vielseitigen Speiseangebot. Am Sonntag startete das Fest mit dem Gottesdienst mit dem Oberwiler Pfarrer Jan-Gabriel Katzmann. «Die Taufe im Gottesdienst ist für mich üblich, die Taufe eines Sieger-Munis für das Schwing-fest nach dem Gottesdienst, das ist schon etwas neu», sagte dieser und zog seine Krawatte aus.

Dafür sprach der Pfarrer einen Segen gemeinsam mit allen Sichletebesuchern für alle Teilnehmenden und das Gelingen des Schwingfestes 2020 in Oberwil. Der Männer- und Gemischtchor Oberwil ist nämlich auch Trägerverein für das Seeländische Schwingfest 2020. Der Verein leistete das Startkapital für das Schwingfest und ist im nächsten Jahr anstelle der Sichlete am Schwingfest dabei. Was lag da näher, als den Siegermuni für nächstes Jahr bereits jetzt zu taufen.

Andrin ist schon 450 Kilo schwer

Die Einwohner- und die Burgergemeinde spendeten den Siegerpreis, und so kam der stattliche 450 Kilo schwere einjährige Swiss-Fleckvieh-Muni «Andrin» bereits dieses Jahr an die Sichlete. Gezüchtet wurde Andrin von Sandra und Bruno Beyeler aus Plaffeien. Andrin entstammt einem Natursprung. Seine Mutter ist Alicia, der Vater heisst Lenox, ebenfalls aus der Zucht der Familie Beyeler. Bis in einem Jahr wird Andrin wohl das doppelte Gewicht haben.

Seine Taufpaten sind die ehemalige Langstreckenläuferin und Schweizer Meisterin im Strassenlauf Mirja Jenni, die heute im Nachbardorf wohnt, und der ehemalige Seeländer Spitzenschwinger und Nationalturner Christian Dick. So warf das Seeländische Schwingfest 2020 bereits jetzt seine Schatten voraus im Hoffen auf ein gemütliches Fest im Dorf.