Selzach
Knapper Schulraum: Sek-Schüler der BeLoSe sollen alle nach Selzach

Bei den Schulen des Zweckverbandes Bellach, Lommiswil und Selzach (BeLoSe) wird der Platz knapp. Es braucht deshalb eine Umstrukturierung. Der Gemeinderat diskutierte mit der Gesamtschulleitung über die möglichen Lösungsvorschläge.

Nadine Schmid
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Möglicher Platz für einen Neubau wäre das Gebiet Unterer Leim nördlich des Fussballplatzes.

Möglicher Platz für einen Neubau wäre das Gebiet Unterer Leim nördlich des Fussballplatzes.

zvg

Dass dringend Schulraum nötig ist, zeigt die momentane Situation, dass immer mehr Familien in ländliche Gebiete ziehen. Noch dazu plant der Kanton, die Anzahl Schüler pro Klasse herunterzusetzen. Deshalb hat der Zweckverband nach Lösungen gesucht und kommt zum Schluss: Es gäbe drei mögliche Varianten. Vor den Sommerferien wollte die Gesamtschulleitung den Puls der drei betroffenen Gemeinden spüren. Die von der Gesamtschulleitung im Moment favorisierte Variante wäre, dass ein Oberstufenzentrum gebaut wird, und zwar in Selzach im Gebiet «Unterer Leim», oberhalb des Fussballplatzes. Dies würde dann heissen, dass sämtliche Sekundarschülerinnen und -schüler der drei Gemeinden nach Selzach zur Schule gingen.

Gesamtschulleiter Christian Meister sagte am Donnerstag, dies mache aus verschiedenen Gründen am meisten Sinn:

«Man könnte das Zentrum auch in Bellach bauen. Aber: Die ÖV-Anbindung ist besser für die Schüler in Selzach. In Bellach ist zudem die Situation beim Schulweg bereits jetzt nicht ideal.»

Es herrsche viel Betrieb rund um die Schule. Kämen jetzt noch die neunten Klassen aus Selzach dazu, würde es problematisch. Neben diesen beiden Varianten gäbe es noch die Möglichkeit, dass jede Gemeinde sich wie bis anhin um sich selbst kümmert. Heute sei es aber wichtig, Synergien zu nutzen, so könne auch Geld in der Bildung gespart werden.

Gemeinderat will das Zentrum

Nach den jetzigen Statuten gäbe es für die Gemeinde, in der das Oberstufenzentrum steht, sehr hohe Kosten. So müsste Selzach rund 21 Millionen Franken zahlen. Käme das Oberstufenzentrum in Bellach zu stehen oder würde jede Gemeinde selbst bauen, so müsste Selzach lediglich für einstellige Millionenbeträge in der aktuellen Schulraumplanung aufkommen. Denn Selzach ist gut aufgestellt und müsste nicht mehr viel zusätzlichen Raum schaffen, da sie immer wieder Massnahmen ergriffen hat, als es notwendig wurde.

Wie in Bellach äusserten sich trotz der höheren Kosten auch in Selzach die Gemeinderäte im Allgemeinen positiv zum Vorschlag, das Zentrum in Selzach zu errichten:

«Es ist in der heutigen Zeit wichtig, einen zentralen Standort zu haben»,

sagte zum Beispiel Peter Bichsel von der SP. Und auch Vizegemeindepräsident Thomas Studer (CVP) fand: «Wenn wir es wie bis anhin halten, dann vergeben wir eine Chance.» Auch wurde festgehalten, dass das Zentrum den Bedarf langfristig decken würde.

Bellach will zahlen helfen

Wenn dazu die Statuten geändert der BeLoSe geändert würden, müsste Selzach das Projekt nicht hauptsächlich finanziell allein tragen. Etwas, was von Bellach begrüsst werde: «Der Bellacher Gemeinderat hat ausdrücklich betont, sich an den Kosten beteiligen zu wollen», so Meister.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch viele offene Fragen und es ist alles noch Theorie. Meister möchte gerne im Herbst von den Gemeinden eine eindeutige Entscheidung zu einer der drei Varianten. Nach seiner Einschätzung würde das Projekt in sechs bis sieben Jahren realisiert sein. Selzach will aber aufs Gaspedal drücken und es schneller umsetzen. Es dränge, sechs bis sieben Jahre hätte man nicht Zeit, so der Tenor aus dem Gemeinderat.

Grundwasser bei Kläranlage an Oberfläche gedrungen

In Selzach wird bei der Kläranlage ein Rückhaltebecken gebaut, damit die Anlage bei Starkniederschlägen nicht mehr überlastet ist. Nun sei auf der Baustelle Grundwasser an die Oberfläche gekommen, wie Bauverwalter Thomas Leimer weiter informierte. Der Grund liege am hohen Wasserstand der Aare, was auch Einfluss auf das Grundwasser habe. «Es entstand dadurch eine Druckungleichheit, deswegen ist das Grundwasser nach oben gestossen.»

Das Grundwasser ist in die Baugrube eingedrungen.

Das Grundwasser ist in die Baugrube eingedrungen.

Oliver Menge

Es sei aber nicht dramatisch und nur ein kleiner Einbruch, das Grundwasser laufe auch nicht Gefahr verschmutzt zu werden. Es behindere lediglich die Bauarbeiten. Es sei nicht abzuschätzen, wie sich das Problem weiterentwickle. Man könnte abwarten, bis sich das Problem selbst löse und das Wasser trockne, doch dann müsse man die Bauarbeiten unterbrechen. Leimer: «Das möchten wir nicht, denn das würde teuer. Am Montag wissen wir, ob weitere Massnahmen nötig sind.»