Selzach
Der geplante Campus Technik in Grenchen erhält nun auch Geld aus Selzach

Der Gemeinderat Selzach will Jugendliche für Technik begeistern und die Weiterbildung von Fachkräften am Jurasüdfuss unterstützen. Er spricht deshalb 50'000 Franken für den geplanten Technik-Campus in Grenchen.

Susanna Hofer
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Campus Technik Grenchen: Illustration des Siegerprojekts von Stähelin Partner Architekten AG Basel.

Campus Technik Grenchen: Illustration des Siegerprojekts von Stähelin Partner Architekten AG Basel.

zvg / sol

Am Bahnhof Grenchen Süd soll 2023 das grösste Kompetenzzentrum für Technik und Digitalisierung am Jurasüdfuss entstehen: Auf dem neuen Campus Technik, initiiert von der Höheren Fachschule für Technik Mittelland (HTFM) und Swissmechanic Solothurn, sollen sich Lernende, Studierende, Weiterbildungswillige sowie Unternehmen aus der Technikbranche begegnen.

Anschubhilfe leisten will nun auch der Gemeinderat Selzach. Der Rat stimmte an seiner letzten Sitzung einstimmig zu, 20'000 Franken zu geben. Geplant sind weitere 30'000 Franken für ein «go tec!»-Labor. Der Gemeinderat diskutierte allerdings zuerst darüber, warum eine Anschubfinanzierung unter anderem durch die Gemeinde Selzach erfolgen sollte und nicht nur über die Industrie. Man könne diese schöne Summe doch auch direkt in die Schulen stecken. «Unsere Schulen werden gut versorgt», war ein Gegenargument aus dem Rat.

Die Referenten Silvio Bertini (Präsident Swissmechanic Solothurn) und Enzo Armellino (Geschäftsführer Swissmechanic Solothurn) stellten ihr Projekt schon zum zweiten Mal im Gemeinderat vor, nachdem beim ersten Mal kritisiert wurde, es gebe noch zu wenig Konkretes. Sie sagen, dass die Anschubfinanzierung in die Projektentwicklung und nicht in bauliche Massnahmen fliesse.

«Schon die ganz Kleinen sollen angesprochen werden»

Bertini und Armellino ergänzten, dass das Projekt abgestimmt sei auf den Lehrplan 21, und man wolle sich bestens vernetzen auch mit den Gemeindeschulen, für die es viele Angebote gebe, wie zum Beispiel Legoroboter bauen oder löten. «Schon die ganz Kleinen sollen angesprochen und begeistert werden.» Insbesondere das Projekt «go tec!» unterstütze die Lehrpersonen bei der Umsetzung der Lernziele durch Know-how und Ressourcen, auf die sie sowohl im Schulzimmer als auch in einem geplanten Labor zurückgreifen könnten.

Silvio Bertini (links) und Enzo Armellino zu Swissmechanic und Campus Technik bei einem Fototermin in der Firma Mawatec vor einem Jahr.

Silvio Bertini (links) und Enzo Armellino zu Swissmechanic und Campus Technik bei einem Fototermin in der Firma Mawatec vor einem Jahr.

Hanspeter Bärtschi

Bertini und Armellino argumentierten weiter, der Campus Technik in Grenchen biete wertvolle Aus- und Weiterbildung für Fachkräfte in der Region. Die bestehenden Unternehmen in der Region profitierten von den dringend benötigten Fachkräften. «Wir machen das für die Zukunft, für unsere Jugend und auch für unsere Region, die ja auch von den guten Steuerzahlern lebt», so Silvio Bertini. Auf den Einwand, es gebe ja schon solche Projekte, warum man wieder bei null beginnen wolle, entgegneten die Gesuchsteller:

«Wir beginnen nicht bei null. Dieses Projekt ist massgeschneidert für diese Region. Und unsere Lernenden kommen auch aus Selzach.»

Man sei überzeugt vom Konzept der dualen Berufsbildung. «Es sollen nicht alle an die Kantonsschule und durch die Universitäten gehen», so Bertini und Armellino, «die duale Berufsbildung ist wichtig für unseren Wohlstand.»

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