Selzach
Das «Eidgenössische» in der Idylle

Leberberger Schützen haben auf dem umgebauten 300-Meter-Stand in den Selzacher Rüttenen am Wochenende dezentral das Eidgenössische Schützenfest durchgeführt.

Hans Peter Schläfli
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Sportschützen Leberberg: Improvisieren für das das dezentrale «Eidgenössische».

Sportschützen Leberberg: Improvisieren für das das dezentrale «Eidgenössische».

Hans Peter Schläfli

Wegen der Pandemie wurde bekanntlich das Eidgenössische Schützenfest 2020 in Luzern abgesagt, nun wird es dezentral nachgeholt. Das ist eine Gelegenheit für kleine Vereine wie die Leberberger Sportschützen, sich auch einmal an einem Grossanlass zu beteiligen. Und sie haben keinen Aufwand gescheut: In der Selzacher Rüttenen haben sie extra einen mobilen Scheibenstand für die Kleinkaliberschützen aufgestellt und auf der Wiese vor dem 300-Meter-Scheibenstand noch einen temporären Schiessstand für die Pistolenschützen eingerichtet.

Grünes Licht gegeben

Nachdem die Idee, am «Eidgenössischen» teilzunehmen, geboren war, musste es schnell gehen: Am 17. Juni genehmigte der Gemeinderat Selzach das Gesuch des Vereins für die temporäre, erweiterte Nutzung der 300-Meter-Schiessanlage auf der Rüttenen. Am vergangenen Freitag inspizierte der Eidgenössische Schiessoffizier Obersten Eng zusammen mit den Obersten Daniel Hürlimann und Patrik Gfeller als Sicherheitsexperten das Schützenhaus mit den temporären Einrichtungen und auch sie gaben grünes Licht.

Auf freiem Feld: Sportschützen Leberberg schiessen das Eidgenössische.

Auf freiem Feld: Sportschützen Leberberg schiessen das Eidgenössische.

Hans Peter Schläfli
«Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung und die erteilten Bewilligungen»,

sagte am Samstag Vereinspräsident Peter Brudermann, bevor er selber als erster Pistolenschütze der Leberberger Sportschützen auf der Wiese das Programm des «Eidgenössischen» absolvierte. Für den Kranz hätte er mit dem letzten Schuss eine Neun gebraucht, doch Peter Brudermann riss ab und es gab nur eine Zwei. «Schade, ich war unkonzentriert», sagte der Vereinspräsident. Kein Wunder, war er doch in den letzten Tagen mit dem Schreiben der Gesuche und dem Aufbau der temporären Anlagen stark engagiert. Fürs Trainieren blieb da keine Zeit und meisterliche Resultate waren entsprechend keine zu erwarten.

Sportschützen Leberberg schiessen das Eidgenössische.

Sportschützen Leberberg schiessen das Eidgenössische.

Hans Peter Schläfli

Nun gibt es noch eine zweite Gelegenheit, in der Idylle auf der Selzacher Rüttenen das Programm des Eidgenössischen Schützenfestes zu absolvieren. Am Samstag wird von 8 bis 12 Uhr noch einmal auf die 300-Meter-Distanz geschossen, von 13.30 bis 17.30 Uhr sind die Kleinkalibergewehre und die Pistolenschützen an der Reihe. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

Von Militärschützen zu Sportschützen

Laut den 2016 revidierten Statuten wurde der Verein 1863 unter dem damaligen Namen Militärschützen Selzach gegründet. Zu Hause sind die Leberberger Sportschützen im 1967 gebauten Selzacher Schützenhaus. Lange war es ruhig um den traditionsreichen Schiessverein. Seit einigen Jahren versucht nun eine kleine Gruppe um den Präsidenten Peter Brudermann, den Sportschützen wieder neues Leben einzuhauchen.